Die Felsenstadt Petra – ein Ort, den fast jeder schon einmal auf einem Foto gesehen hat. Genau genommen hast du wahrscheinlich dabei ein Foto der berühmten Schatzkammer oder dem ihr sehr ähnlichen Kloster gesehen. Dabei handelt es sich allerdings nur um zwei Bauwerke innerhalb eines riesigen Areals mit Felsen in leuchtenden Rot- und Orangetönen: Die gesamte Felsenstadt Petra erstreckt sich über rund 264 Quadratkilometer – zum Vergleich, Paris kommt auf etwa 105 km².
Viele Touristen besuchen Petra im Rahmen eines organisierten Tagestrips von Amman aus und verbringen gerade einmal 4 Stunden im Gelände. Wenn es dir die Zeit erlaubt, du dich mehr zu den Abenteurern und Entdeckern, statt du den „Touristen“ zählst und einen so faszinierenden Ort abseits der Menschenmassen erleben willst, wartet auf dich aber ein völlig anderes Petra-Erlebnis. Es ist möglich, deinen Besuch auf 3 volle Tage auszuweiten. So kannst du abgelegene Trails erkunden, Aussichtspunkte ganz für dich alleine genießen und die Zeit und Ruhe nutzen, um das perfekte Licht für deine Fotos abzupassen. Versteckt in roten Schluchten, erbaut vor über 2.000 Jahren, wirkt Petra selbst nach Jahrhunderten noch wie ein lebendiger Schatz aus einer längst vergangenen Zeit – lass diesen Ort auf einer ausgiebigen Erkundungstour auf dich wirken.
In diesem Blogartikel stelle ich dir drei Routen vor, mit denen du aus deinem Petra-Besuch das Beste herausholst und praktisch alle interessanten Ecken des Areals abdeckst – von versteckten Pfaden über historische Stätten bis hin zu spektakulären Aussichtspunkten 🙂 .
alles auf einen Blick
- Lage: Südwesten Jordaniens, etwa 240 km von Amman, im Wadi Musa zwischen Felsen- und Berglandschaften
- Beste Reisezeit: März–Mai & September–November – angenehm warm, wenig Regen, beste Lichtbedingungen für Fotos; Sommer kann sehr heiß werden
- Anreise: am besten per Jettbus oder Mietauto
Dauer des Aufenthalts:
Tagesbesuch für Touristen – deckt Highlights der Hauptschlucht ab
2-3 Tage für ausgiebige Erkundung
- Eintritt / Ticket: Im Jordanpass enthalten
- Atmosphäre: Historisch, geheimnisvoll, spektakulär – antike Architektur, Felsformationen und Natur
Highlights:
- Schatzkammer (Al-Khazneh) & Kloster (Ad-Deir) – ikonische Bauwerke
- Siq – dramatische Schlucht, die in die Stadt führt
- Abgelegene Trails & Aussichtspunkte – Ruhe & Panorama abseits der Massen
- Hohe Treppen & versteckte Tempel – Abenteuer und Fotospots
- Lokale Beduinenkultur – Begegnungen und kurze Teepausen
Routenvorschläge für Entdeckungstour:
- die Standard-Touristenroute (deckt viele Highlights ab)
- Wanderung von Little Petra nach Petra übers Kloster (Backdoor-Trail)
- Al Madras Trail (sehr ruhig)
- Wadi Farasa Pfad (auch wenig besucht, großartige Landschaft)
- Al-Khubtha-Trail – (Blick auf Schatzkammer, allerdings sehr touristisch)
Eintritt / Ticket
Das Wichtigste für deine Jordanienreise: Der Jordan Pass ist so etwas wie ein Universalticket, das dir das Reisen im Land deutlich einfacher macht. Du kaufst ihn einmal online, zahlst einen insgesamt deutlich niedrigeren Gesamtpreis und bekommst einen QR-Code als Eintrittsticket für über 40 der wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Attraktionen – von Petra über Wadi Rum bis Jerash. Im Preis enthalten sind außerdem die Visagebühren von 40 JOD: Du zeigst einfach deinen Jordan Pass am Flughafen vor und musst nichts extra bezahlen (vorausgesetzt du bleibst mindestens drei Tage im Land).
Auf der offiziellen Buchungsseite gibt es drei verschiedene Varianten zu unterschiedlichen Preisen, die sich nur in einem Punkt unterscheiden: wie viele Tage du Petra besuchen möchtest – 1, 2 oder 3 Tage am Stück. Alles andere ist identisch. Für die Erkundungstour in Petra also unbedingt 2 oder 3 Tage auswählen. Mehr Infos und Buchung unter www.jordanpass.jo.
Tips & Wissenswertes
Eingang & Öffnungszeiten:
Der Eingang ins Gelände erfolgt über den Petra Visitor Center, wo du deinen Jordan Pass vorzeigen musst. Die Anlage ist täglich geöffnet, meist von 6:00–18:00 Uhr; es empfiehlt sich ein Start direkt zur Öffnung, um das beste Licht und die Ruhe zu genießen. Zur Mittagszeit kommen die Busse mit den Touristenmassen an.
Sicherheit:
Petra gilt generell als sicher, auch für Alleinreisende. Auf den abgelegenen Trails solltest du genug Wasser, Sonnenschutz und Snacks dabeihaben. Wanderstöcke können bei den längeren Treppen und felsigen Pfaden hilfreich sein.
Essen & Trinken:
In Wadi Musa gibt es zahlreiche Cafés, Restaurants und kleine Läden. Packe für die Trails unbedingt genügend Wasser und Snacks ein, da die abgelegenen Routen kaum bzw. gar keine Verpflegungsmöglichkeiten bieten. Nur in der Hauptschlucht rund um die Schatzkammer und Straße der Fassaden,wo sich die Touristen tummeln, gibt es ein paar Souvenirshops und Cafés mit Getränken und Snacks. Für die Wanderung von Little Petra nach Petra, Al Madras Trail, Wadi Farasa Trail unbedingt eigene Verpflegung einpacken.
Geld:
Ausreichend Bargeld mitnehmen, Kartenzahlung wird von den kleinen Läden und Cafés i.d.R. nicht akzeptiert. Die letzte Möglichkeit, Geld abzuheben ist am Petra Visitor Center.
Fotografie & beste Tageszeit:
Die abgelegenen Aussichtspunkte, Hohe Treppen und Tempel eignen sich besonders früh am Morgen oder spät am Nachmittag für spektakuläre Fotos, da du die Massen vermeiden und das Licht optimal nutzen kannst.
Kleidung & Vorbereitung:
Leichte, atmungsaktive Kleidung für tagsüber, warme Schichten für die Abende – vor allem im Winter oder in der Wüste kann es nachts stark abkühlen. Sonnenschutz, Hut und bequeme Schuhe sind ein Muss.
die Entdeckungstour - Routenvorschläge
Im Folgenden stelle ich dir verschiedene Routen vor, mit denen du das Beste aus deinem Petra-Besuch herausholst: von klassischen und stärker frequentierten Highlights über spektakuläre Aussichtspunkte bis zu versteckten Trails, die viele Besucher nie zu Gesicht bekommen. So kannst du jede Ecke des Areals erkunden. Die Routen sind entweder auf einen ganzen Besuchstag ausgelegt oder lassen sich gut miteinander kombinieren und bietet genug Flexibilität für spontane Abstecher.
Tour 1: Das Herz von Petra – die großen Klassiker
- Startpunkt: Petra Visitor Center Petra
- Dauer: halber bis ganzer Tag
- Schwierigkeit: einfach
- Highlights: Schatzkammer & Straße der Fassaden mit allen fast allen großen Highlights von Petra
- Mitnehmen: Sonnenschutz – Getränke und Snacks gibt’s im Herzen Petras in kleinen Shops und Cafés
- Navigation: einfach, diese Route ist nicht abgelegen
Der erste Tag gehört dem ikonischen Einstieg in Petra über die gängige Touristenroute. Mit dieser Erkundungstour deckst du fast alle gängigen Highlights von Petra ab und siehst somit genau das, was die meisten Touristen bei ihrem Petra-Besuch sehen. Tag 1 endet bewusst ohne große Zusatzanstiege. Stattdessen dient er dazu, anzukommen, ein Gefühl für Petra zu entwickeln und die wichtigsten Zusammenhänge zu verstehen. Du bewegst dich durch das historische Herz der Felsenstadt und legst die perfekte Grundlage für die abenteuerlicheren Routen an Tag 2 und 3, die dich zu Aussichtspunkten, versteckten Trails und abgelegenen Tempeln führen werden.
Vom Petra Visitor Center durch den Siq
Der Weg beginnt am Petra Visitor Center und führt zunächst über einen breiten Pfad bis zum Eingang des berühmten „Siq“. Diese enge, fast 1,2 Kilometer lange Felsschlucht ist bereits ein Erlebnis für sich: bis zu 80 Meter hohe Sandsteinwände, geschwungene Linien, Farbwechsel im Gestein und immer wieder Spuren der Nabatäer – alte Wasserkanäle, in den Fels gehauene Nischen und Pflastersteine aus der Antike.
Mit jedem Schritt steigt die Spannung, bis sich die Schlucht plötzlich öffnet und eines der bekanntesten Bauwerke der Welt freigibt.
Die Schatzkammer (Al-Khazneh)
Der erste Blick auf die Schatzkammer ist überwältigend – selbst wenn man sie schon hundertmal auf Fotos gesehen hat. Die 40 Meter hohe, kunstvoll verzierte Fassade wirkt wie aus dem Fels gemeißelt – was sie auch ist. Nimm dir hier bewusst Zeit, umrunde das Bauwerk, beobachte die Details und bleib auch einen Moment stehen, wenn die meisten Besucher weiterziehen. Am Morgen war es hier noch recht ruhig, während die Touristenmassen ab Mittag überwältigend waren.
Die Hauptschlucht und Straße der Fassaden
Hinter der Schatzkammer weitet sich das Tal und du gelangst in die eigentliche Hauptschlucht von Petra. Entlang der sogenannten Straße der Fassaden reihen sich monumentale Grabfassaden aneinander – jede anders, jede mit eigener Geschichte. Besonders eindrucksvoll ist der Kontrast zwischen den schlichten Gräbern und den prunkvollen Königsgräbern, die noch folgen. Für eine richtige Erkundungstour kannst du die Hauptschlucht verlassen und überall Treppenstufen den Fels hoch nehmen und dort z.B. höhlenartige Räume erkunden und Ausblicke genießen. Es gibt wirklich allerlei zu entdecken und selbst hier, nahe des belebten Hauptwegs in der Schlucht, hast du Aussichtspunkte teilweise ganz für dich alleine.
Das Theater und die Königsgräber
Kurz darauf erreichst du das große Nabatäische Theater, das später von den Römern erweitert wurde und Platz für mehrere Tausend Zuschauer bot. Direkt darüber und dahinter thronen die Königsgräber: das Urnengrab, das Seidengrab, das Korinthische Grab und das monumentale Palastgrab.
Die Säulenstraße und das religiöse Zentrum
Der Weg führt weiter entlang der Säulenstraße, dem einstigen Zentrum des städtischen Lebens. Hier passierst du unter anderem:
den Großen Tempel,
das Nymphäum,
die Ruinen des Tempels der geflügelten Löwen
und schließlich Qasr al-Bint, einen der am besten erhaltenen freistehenden Tempel Petras.
Zwischen Säulen, Fundamenten und offenen Plätzen lässt sich gut erahnen, wie lebendig diese Stadt einmal gewesen sein muss. Am Ende der Erkundungstour von Tag 1 gelangst du über den gleichen weg zurück über den Siq zum Petra Visitor Center.
Tour 2: Von Little Petra nach Petra – Backdoor-Route
- Streckenlänge: ca. 14 km
- Startpunkt: Little Petra (Anreise mit kostenlosem Shuttle vom Petra Visitor Center)
- Dauer: 5–7 Stunden inklusive Pausen
- Schwierigkeit: mittel (lange Strecke, wenig Schatten)
- Ziel: Kloster Ad Deir & später Hauptschlucht von Petra
- Mitnehmen: Wasser & Sonnenschutz absolut essenziell
- Navigation: GPS zwingend erforderlich, keine Ausschilderung vorhanden
Der zweite Tag führt dich auf einer der spektakulärsten und ursprünglichsten Routen Petras: von Little Petra (Siq al-Barid) über das Hochplateau direkt zum Kloster (Ad-Deir) und später wieder zur Säulenstraße, Fassadenstraße und Schatzkammer. Diese sogenannte Backdoor-Route ist perfekt für Outdoor- und Wanderbegeisterte mit einem Aufstieg – landschaftlich grandios, deutlich ruhiger und ein echtes Erlebnis für Entdecker.
Die Backdoor-Route verbindet Landschaft, Geschichte und Abenteuer auf einzigartige Weise. Du betrittst Petra so, wie es früher Händler und Pilger getan haben, erlebst die Dimensionen der Anlage fernab der Massen und erreichst mit dem Kloster eines der eindrucksvollsten Bauwerke der gesamten Felsenstadt. Diese Strecke ist übrigens auch Teil des berühmten Jordan-Trails bzw. letzter Abschnitt des Dana-Petra Trails.
Startpunkt: Little Petra (Siq al-Barid)
Vom Petra Visitor Center fahren kostenlose Shuttlebusse in 15 Minuten nach Little Petra bzw. zum Parkplatz des Free Shuttles an der Hauptstraße (Google Maps). So „free“ ist das Free Shuttle dann nämlich doch gar nicht, weil von diesem Parkplatz aus für 5 Dinar ein geländetauglicheres Shuttle nach Little Petra fährt. Allerdings kannst du natürlich auch direkt am Free Shuttle Parkplatz loslaufen.
Little Petra, ist wie der Name schon sagt, wie eine kleine Version von Petra. Sieht sehr ähnlich aus, ist aber deutlich weniger besucht.
Weg zum Kloster Ad Deir
Hinter Little Petra verlässt du die Schlucht und steigst langsam ins offene Hochland der Nabatäer auf. Der Weg ist technisch einfach, erfordert aber Ausdauer: Sonne, Wind und Weite prägen diesen Abschnitt. Immer wieder öffnen sich Blicke auf tiefe Schluchten, zerklüftete Felsen und die endlose Wüstenlandschaft Jordaniens. Typische Eindrücke unterwegs:
- breite Pfade über Sand- und Felsplateaus
- natürliche Felsformationen und Aussichtskanten
- spürbare Stille fernab der Hauptwege
- Gefühl echter Entdeckung abseits des Massentourismus
- Der erste Blick auf das Kloster (Ad-Deir)
Einer der magischsten Momente der gesamten Route ist der erste Blick auf das Kloster – von oben und aus ungewohnter Perspektive. Statt schweißtreibendem Treppenaufstieg erreichst du Ad-Deir nahezu eben und stehst plötzlich vor einer der größten und imposantesten Fassaden Petras.
Highlights am Kloster Ad Deir
- monumentale, über 45 Meter hohe Fassade
- deutlich weniger Andrang als an der Schatzkammer
- mehrere Aussichtspunkte oberhalb und seitlich des Klosters
- Möglichkeit zur Rast mit Blick in die Weite des Wadi Araba
- Aussichtspunkte rund um das Kloster
Rund um Ad-Deir zweigen zahlreiche kleine Pfade zu spektakulären Aussichtspunkten ab. Besonders lohnend sind kurze Abstecher zu den Klippen westlich des Klosters, von denen du weit über die jordanische Wüste bis Richtung Israel blickst.
Hier zeigt sich Petra von seiner rauen, ursprünglichen Seite – fernab von Tempeln und Fassaden.
Abstieg ins Herz von Petra
Nach dem Besuch des Klosters beginnt der Abstieg in Richtung Hauptschlucht. Auch wenn hier die bekannten Steinstufen warten, lohnt sich der Weg: Unterwegs passierst du viele kleine Shops, kleinere Gräber, Felsnischen und stille Ecken, die viele Besucher kaum wahrnehmen.
Tour 3: Al Madras Pfad mit verstecktem Aussichtspunkt auf Schatzkammer & Hoher Opferplatz
- Streckenlänge: insgesamt ca. 8,6 km (Al Madras Trail davon 5 km)
- Startpunkt: Petra Visitor Center
- Dauer: 4 Stunden inklusive Pausen
- Schwierigkeit: mittel
- Highlights: geheimer Aussichtspunkt über die Schatzkammer, Hoher Opferplatz, absolute Ruhe und Abgeschiedenheit
- Mitnehmen: Wasser & Sonnenschutz absolut essenziell
- Navigation: GPS zwingend erforderlich, keine Ausschilderung vorhanden & nicht auf Google Maps
Der Einstieg zum Al-Madras-Pfad – so findest du ihn wirklich
Der Einstieg zum Al-Madras-Pfad zweigt an der klassischen Route ab und wird trotzdem von den meisten Besuchern übersehen. Du startest ganz normal am Petra Visitor Center und gehst auf dem breiten Hauptweg in Richtung Siq, genau dort, wo sich alle Besucherströme bündeln.
Nach wenigen Minuten erreichst du das erste markante Gebäude auf der linken Seite: das Obeliskengrab (Bab as-Siq Triclinium) – eines der ersten markanten Felsgräber entlang des Weges. Direkt danach zweigt links ein schmaler, unscheinbarer Pfad in den Hang ab. Hier steht auch tatsächlich ein kleines Schild mit der Aufschrift „Al Madras Trail“. Genau hier musst du hoch.
An dieser Stelle kann es passieren, dass Pferde- oder Eselhalter dir zurufen, dass der Weg „geschlossen“ sei oder man dort „nicht hoch dürfe“. Das stimmt nicht. Der Al-Madras-Pfad ist ein offizieller, erlaubter Wanderweg innerhalb des Petra-Gebiets. Bleib freundlich, aber bestimmt und geh einfach weiter. Sobald du ein paar Höhenmeter gemacht hast, lässt du den Trubel hinter dir.
Wandererlebnis ohne Menschenmassen
Nach dem Einstieg wird der Pfad zunehmend abwechslungsreicher. Du bewegst dich durch schmale Canyons, steigst über in den Fels gehauene Stufen auf und querst kleine Hochplateaus. Immer wieder öffnen sich Blicke tief hinab in das Tal des Siq. Ich bin hier bis auf einem Hirten und seinen Schafen keiner Menschenseele begegnet. Der Weg ist auf diesem Abschnitt recht gut erkennbar und oftmals mit Steinen markiert.
Der Schatzkammer-Viewpoint von oben
Nachdem du ein weites karges Plateau überquert hast, kommst du zu einem „Café“ – zumindest wird es in Komoot als Café bezeichnet. Oftmals wartet hier schon jemand, der dich auf einen Tee einladen will.
Um den versteckten Aussichtspunkt auf die Schatzkammer zu erreichen, gehst du direkt hinter/bei dem Café rechts weg. Die rechte Abzweigung ist (im Gegensatz zur Abzweigung linsk) leicht zu übersehen und der Weg kaum erkennbar. Hier empfiehlt sich wirklich GPS. Du läufst mal wieder durch eine eindrucksvolle Schlucht, bis zu am Ende den Höhepunkt des Al-Madras-Pfads erreichst: der Aussichtspunkt oberhalb der Schatzkammer. In schwindelerregender Höhe blickst du direkt auf die berühmte Fassade von Al-Khazneh – aus einer Perspektive, die nur wenige Besucher zu Gesicht bekommen. Ich hatte den Aussichtspunkt komplett für mich alleine. Statt Gedränge erlebst du hier einen ruhigen, fast magischen Moment. Besonders am frühen Morgen oder späten Nachmittag ist das Licht ideal.
Aufstieg zum Hohen Opferplatz und Abstieg zur Straße der Fassaden
Vom Aussichtspunkt geht’s ein Teil des Wegs zurück und dann rechts am Hang die Treppen hoch. Über schmale Pfade und alte Felsstufen erreichst du einen der bedeutendsten kultischen Orte Petras. Oben erwarten dich weite Blicke über das gesamte Tal und eine wohltuende Ruhe hoch über den Hauptwegen. Highlights am Hohen Opferplatz:
- nabatäische Opferaltäre und Becken
- Panorama über Schluchten und Grabfassaden
Anschließend geht es über einen ruhigen Pfad hinab zur Straße der Fassaden. Alternativ kannst du vom Hohen Opferplatz einen weiteren ruhigen Trail nehmen: den Wadi Farasa Pfad (siehe unten).
Tour 4: Wadi Farasa Pfad: Hoher Opferplatz zum Qasr Bint Firaun
- Streckenlänge: ca. 3,7 km
- Dauer: 1,5 Stunden inklusive Pausen
- Schwierigkeit: mittel
- Highlights: Hoher Opferplatz, tolle Aussicht, Abgeschiedenheit und wenig besuchte Gräber
- Mitnehmen: Wasser & Sonnenschutz absolut essenziell
- Navigation: GPS zwingend erforderlich, keine Ausschilderung vorhanden & nicht auf Google Maps
Diese Route gehört zu den schönsten und gleichzeitig ruhigsten Wegen Petras. Sie verbindet den Hohen Opferplatz mit dem religiösen Zentrum der Stadt und führt durch das abgelegene Wadi Farasa – eine Gegend, die viele Besucher komplett auslassen. Hier passierst du viele Gräber, die deutlich weniger besucht sind als die Königsgräber.
Aufstieg zum Hohen Opferplatz
Der Wadi Farasah Trail lässt sich auch super mit dem bereits beschriebenem Al Madras Trail kombinieren. Der Al Madras Trail endet quasi am Hohen Opferplatz, wo der Wadi Farasah Trail beginnt. Alternativ nimmst du von der Straße der Fassaden die vielen Stufen hoch zum Hohen Opferplatz.
Abstieg vom Hohen Opferplatz – reins ins Wadi Farasa
Vom Hohen Opferplatz beginnt ein aussichtsreicher Abstieg in das Wadi Farasa. Der Pfad schlängelt sich durch offene Felslandschaften, vorbei an Aussichtskanten und in den Fels gehauenen Stufen. Schon nach wenigen Minuten lässt du die letzten Besucher hinter dir. Das Wadi Farasa beeindruckt mit einer ungewöhnlich offenen, fast grünen Schlucht und einer dichten Ansammlung bedeutender nabatäischer Monumente. Hier zeigt sich Petra von seiner eleganten, fast wohnlichen Seite.
Highlights im Wadi Farasa:
- das Soldatengrab mit gut erhaltenen Innenräumen
- der Gartentempel (Garden Temple Complex)
- mehrere Triclinium-Gräber
- alte Wasserkanäle und Terrassen
Ankunft am Qasr al-Bint
Am Ende des Wadi Farasa erreichst du Qasr al-Bint, einen der wichtigsten freistehenden Tempel Petras. Von hier bist du direkt wieder in der Säulenstraße und kannst einfach zur Straße der Fassaden und dem Herzen Petras zurück gelangen.
Tour 5: Al-Khubtha-Trail – Blick auf Schatzkammer (touristisch)
Der Al-Khubtha-Trail führt hinter den Königsgräbern hinauf auf ein Hochplateau oberhalb der Hauptschlucht. Von dort bietet sich ein bekannter Blick von oben auf die Schatzkammer. Allerdings ist dieser Trail überhaupt kein Geheimtipp mehr. Der Aufstieg ist oft stark frequentiert, und an den Aussichtspunkten warten regelmäßig Einheimische, die Geld für Fotos oder Sitzplätze verlangen. Die Atmosphäre wirkt dadurch deutlich weniger ursprünglich als auf anderen Pfaden.
Wer die Schatzkammer unbedingt von oben sehen möchte, aber gleichzeitig die Ruhe genießen möchte, ist mit dem über den Al Madras Pfad erreichbaren Aussichtspunkt auf die Schatzkammerer deutlich besser dran.
Fazit
Wer sich die Zeit nimmt, die Felsenstadt zu Fuß und abseits der Hauptwege zu erkunden, erlebt eine Landschaft von beeindruckender Vielfalt – still, weit und voller Geschichte.
Die klassischen Highlights (Tour 1 und Tour 5) bilden eine wichtige Grundlage, doch erst auf den alternativen Pfaden zeigt Petra seinen eigentlichen Charakter: schmale Schluchten statt breiter Wege, Aussichtspunkte ohne Gedränge, Monumente, die man fast für sich allein hat. Routen wie der Al-Madras-Pfad, das Wadi Farasa oder die Backdoor-Route über Little Petra verbinden Bewegung, Landschaft und Geschichte zu einem echten Entdeckererlebnis und sind hervorragend für eine ausgiebige Erkundungstour mit Outdoor- und Wandererlebnis im Areal von Petra geeignet 🙂 .