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Adrenalin auf der Death Road – 68 km Downhill in Bolivien

Adrenalin-Junkies aufgepasst! Die sogenannte Death Road in Bolivien war einst als gefährlichste Straße der Welt bekannt (manch einer mag sie aus einer legendären Top Gear Folge kennen). Auch bekannt als “El Camino de la Muerte” oder unter dem offiziellen Namen „Yungas Road“ schlängelt sich die schmale Schotterpiste am Berg entlang mit bis zu 600 m hohen steilen Abgründen, dichtem Nebel, Wasserfällen, die über den Weg stürzen – und keinen Leitplanken. Heute ist sie für den Autoverkehr weitgehend gesperrt und zum ultimativen Abenteuerspielplatz für diejenigen geworden, die sich ca. 68 km auf dem Mountainbike von knapp 4.700 m bis auf ca. 1.275 m nach unten stürzen. Unglaublicher Kulissenwechsel von kühlem und kargen Gebirge im Andenhochland (nahe La Paz) zu tropischen Tälern (bei Coroico) mit Pool zur Abkühlung inklusive.

In diesem Artikel erzähle ich dir alles, was du darüber wissen musst: Buchung, Vorbereitung, Ausrüstung, Ablauf der Tour, Sicherheitsaspekte und mein persönliches Erlebnis.

alles auf einen Blick

  • Ort: La Paz und Start mit dem Bike auf dem La Cumbre Pass (ca. 4.700 m), Ziel bei Coroico (ca. 1.275 m)

  • Höhenunterschied: über 3.500 Höhenmeter bergab

  • Gesamtlänge: ca. 68 km (Asphalt & Schotterpiste)

  • Dauer: Tagestour mit reiner Bike Fahrzeit ca. 4–6 Stunden inkl. Stopps

  • Schwierigkeit: mittel – keine Technik nötig, aber gute Bike-Kontrolle auf Schotter hilfreich

  • Beste Reisezeit: Mai bis Oktober (Trockenzeit = bessere Sicht & trockene Strecke)
  • Tour: geführte Tour – inklusive Ausrüstung, Guides, Begleitfahrzeug & Essen

  • Touranbieter: vor Ort in La Paz buchen

  • Kosten: ca. 60€ (bis 110€) (abhängig von Anbieter und Bike-Qualität)

Beste Ausflugszeit

Die beste Zeit für die Downhill-Tour auf der Death Road ist während der Trockenzeit von Mai bis Oktober. In diesen Monaten ist das Wetter stabiler, die Strecke deutlich trockener und die Sicht meist klar. Besonders im oberen Teil der Tour, wo man auf über 4.000 m startet, ist das Risiko von Nebel und rutschigen Passagen in der Trockenzeit deutlich geringer.

Zwar ist die Tour auch während der Regenzeit von November bis April möglich, aber dann muss man mit häufigem Regen, tief hängenden Wolken und matschigen Wegen rechnen. Das macht das Fahren technisch anspruchsvoller – und oft auch weniger angenehm. 

Buchung

Der Ausflug startet in der auf ca. 3.600 m gelegenen bolivianischen Stadt La Paz. Dort gibt es zahlreiche Agenturen vor Ort, bei denen du die Tour buchen kannst. Man findet auch Angebote online, diese sind aber meist deutlich teurer. Wir haben unsere Tour vor Ort bei der Agentur South Treks gebucht und waren sehr zufrieden mit dem, was wir für unser Geld bekommen haben (bei der selben Agentur haben wir auch die 3-tägige Expedition auf den 6.088 m hohen Huayna Potosí gebucht).

Für umgerechnet etwa 60 € bekamen wir hier…:

  • Transport von La Paz zur Death Road und später zurück nach La Paz
  • Mountainbike mit Basisausstattung
  • Schutzkleidung: Helm, wasserfeste Hose & Jacke zum Drüberziehen, Schoner für Knie und Ellebogen, Handschuhe
  • Guides, die den ganzen Tagestrip begleiten
  • Frühstück am finalen Abfahrtsort auf 4.700m Höhe
  • Snacks und Wasser während der Fahrt
  • Mittagsbuffet
  • Eintritt zum Hotel 2 Ríos Lodge (am Ende der Tour) mit Pool zur Abkühlung
  • Fotos und Videos (via Dropbox-Link), die die Guides während der Fahrt machen
  • begleitendes Fahrzeug mit Ersatzbike


Bei dieser Agentur (wie bei den meisten Anbietern) hast du die Auswahl zwischen Bikes mit unterschiedlicher Ausstattung. Rückblickend muss ich sagen: Ich hätte lieber ein etwas hochwertigeres und neueres Bike mit besserer Federung und Lenkverhalten wählen sollen. Das hätte das Fahrerlebnis mit zusätzlicher Kontrolle, Komfort und sicherem Fahrgefühl noch besser gemacht. Klar, man kann die gesamte Strecke auch mit dem Basic-Bike gut bewältigen, und für viele reicht das vollkommen aus. Aber wenn du nicht gerade der absolute broke Backpacker bist, lohnt es sich wirklich, ein paar Euro mehr zu investieren.

 

Nicht im Preis enthalten sind…

 

  • Kommunalsteuer am Checkpoint am Stadtrand von La Paz (ca. 25BOB, also 3€)
  • Zipline (optional) beim Mono Zip Line and Café – 500 m lang und 350 m hoch

Mitnehmen

Neben dem Equipment, das du vom Tourenanbieter ausleihst, brauchst du folgendes Gepäck. Deinen Tagesrucksack kannst du während dem Downhill-Erlebnis im Begleitfahrzeug lassen.

 

  • Bequeme, sportliche Kleidung (unter der Schutzjacke und -hose)
  • Wechselkleidung für danach (du wirst schwitzen oder nass werden – am Zielort gibt’s aber Duschen)
  • Sonnenbrille (Schutz vor Sonne und auch vorm Fahrtwind & Insekten)
  • Sonnencreme (wichtig, du startest auf ca. 4.700 m)
  • Insektenspray (vor allem für die unteren, tropischen Abschnitte)
  • Kamera / GoPro plus Equipment (+ Helmhalterung?) – oder genug Speicher & Akku fürs Handy
  • Snacks / Energieriegel (es gibt Pausen mit Snacks, aber vielleicht bevorzugst du deinen eigenen zwischendurch)
  • Kleine Reiseapotheke (Pflaster, Schmerzmittel)
  • Badesachen und Handtuch (wenn es am Zielort einen Pool oder Fluss gibt – bei vielen Tourenanbietern inklusive)
  • Bargeld für unterwegs: für die Kommunalsteuer (25 BOB), die Zipline, Trinkgelder für die Guides oder Snacks/Getränk

Erwartungen

Ein Tagestrip auf der Death Road ist kein normaler Fahrradausflug. Wer sich auf diese Tour einlässt, sollte nicht nur Lust auf Action mitbringen, sondern auch körperliche Fitness, ein bisschen Flexibilität, eine gesunde Portion Respekt vor der Strecke.

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Höhenmeter und Klimawechsel

 

Du startest auf ca. 4.700 m in eisiger Bergluft und endest knapp 68 km später auf rund 1.275 im tropisch-feuchten Dschungel. Das bedeutet: Temperaturunterschiede von 20 Grad, Nebel, Sonne, Regen, staubige und schlammige Straßen – manchmal alles an einem Tag. Die Landschaft ist spektakulär, der ständige Wechsel macht die Tour aber auch körperlich und mental fordernd.

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körperliche & mentale Fitness

 

Die Strecke ist fast durchgehend bergab und fahrtechnisch nicht allzu anspruchsvoll – du brauchst keine Profi-Downhill-Skills. Was du aber brauchst, ist Konzentration und ein gewisses Level an körperlicher Grundfitness. Der Weg ist schmal, es gibt viele Kurven, lose Steine und stellenweise richtig tiefe Abgründe direkt neben dir. Wer sich überschätzt oder unaufmerksam fährt, bringt sich selbst in Gefahr.

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Sicherheit

 

Als die Death Road noch regulär von Autos, Bussen und Lkws befahren wurde, kam es regelmäßig zu tragischen Unfällen mit Todesopfern. An einigen Stellen der Strecke sieht man heute noch die verrosteten Überreste alter Fahrzeuge, die einst in die Tiefe gestürzt sind.

Auch wenn viele die Yungas Road nur noch „touristisch“ nennen – sie bleibt eine potenziell gefährliche Strecke. Todesfälle bei Mountainbikern sind zum Glück selten, aber eben nicht ausgeschlossen. Geschweige denn Verletzungen. Die meisten Anbieter arbeiten sehr professionell: Es gibt ein Begleitfahrzeug, hochwertige Schutzausrüstung, Sicherheitsbriefings und klare Fahrregeln. Trotzdem liegt ein entscheidender Teil der Verantwortung bei dir selbst. Fahre aufmerksam, überschätze dich nicht, und bleib immer in deiner Komfortzone.

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Gruppendynamik und Guide-Begleitung

 

Die meisten Anbieter fahren in kleinen Gruppen mit 2-3 drei Guides – einer vorne, einer hinten, oft noch einer im Begleitfahrzeug. Du wirst regelmäßig gebrieft, bekommst Tipps unterwegs, und niemand wird zurückgelassen. Wenn du Fragen hast, sagen dir die Guides jederzeit, was Sache ist.

die Tour

Start in La Paz

 

Ab 7:30 Uhr wirst du im Stadtzentrum von La Paz eingesammelt. Je nach Lage deiner Unterkunft holt dich das Team entweder direkt ab oder bittet dich, dich zu einem nahegelegenen Treffpunkt (meist ein Hotel) zu begeben.

Von dort geht es los Richtung La Cumbre-Pass (Ruta Nacional 3), dem Startpunkt des Downhill-Abenteuers. Kurz hinter der Stadtgrenze passieren wir einen offiziellen Checkpoint mit Schranke, wo alle Teilnehmenden eine Kommunalsteuer von 25 BOB (ca. 3 €) entrichten müssen. Wichtig: den Betrag möglichst passend bereithalten – Wechselgeld ist nicht immer verfügbar.

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die Death Road

 

Auf etwa 4.700 Metern Höhe erreichen wir den Ausgangspunkt am La Cumbre-Pass. Dort wird die Ausrüstung entladen, Bikes werden vorbereitet, Helme und Schutzkleidung verteilt. Schon hier oben bietet sich eine spektakuläre Aussicht auf das Tal und die kurvenreiche Strecke, die vor uns liegt. Nach dem Anziehen der Ausrüstung und einem stärkenden Frühstück folgt ein Sicherheitscheck samt ausführlicher Einweisung durch unsere Guides. Dann geht’s los!

Der erste Streckenabschnitt führt über eine asphaltierte Straße – ideal, um sich in Ruhe an das Bike, die Bremsen und das Fahrgefühl zu gewöhnen. Sobald wir warmgefahren sind, geht’s weiter zur eigentlichen Death Road: ein schmaler, kurviger Feldweg, der berüchtigt und gleichzeitig atemberaubend schön ist. Dort angekommen, machen wir eine kurze Pause mit einem kleinen Snack und Getränk.

Von jetzt an geht es konstant bergab: mal über staubige, trockene Passagen, mal über steinige, schroffe Abschnitte – und weiter unten sogar durch kleine Wasserfälle, die über die Straße fließen. Jeder Kilometer bringt neue Ausblicke.

Unterwegs legen wir regelmäßig Stops ein – zum Durchatmen, Fotografieren oder um langsamere Fahrer aufholen zu lassen. Die Aussicht bleibt dabei ein ständiges Highlight. Begleitet werden wir die ganze Zeit von unserem Support-Van, der stets hinter der Gruppe bleibt. Er bringt nicht nur am Ende alle zurück nach La Paz, sondern hat auch Ersatzbikes, Werkzeug und Erste-Hilfe-Equipment an Bord. Und keine Sorge: Wer sich unterwegs körperlich überfordert fühlt, kann jederzeit sicher im Van mitfahren.

Weiter unten auf der Strecke kommen wir an Mono Zip Line and Café vorbei – hier hat man die Möglichkeit auf weiteres Adrenalin bei einem Ride mit der 500 m langen und 350 m hohen Zipline.

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Ankunft im Tal

 

Nach rund 4 Stunden Downhill erreichen wir das Tal – erschöpft, ein bisschen dreckig und mit breitem Grinsen im Gesicht. Die Abfahrt war intensiv, aufregend und einfach unglaublich spaßig!

Unten angekommen, gönnen wir uns erstmal ein kühles Getränk, während unsere Guides und der Fahrer die Bikes verladen. Der Temperaturunterschied ist sofort spürbar – wir sind jetzt mitten in einem tropischen Tal, umgeben von dichter Vegetation und feuchter Wärme.

Worauf niemand von uns vorbereitet war: die unzähligen Stechviecher, die hier unterwegs sind. Es sind weniger Moskitos, sondern vor allem Sandfliegen, die sich bevorzugt unsere Knöchel als Ziel aussuchen. Ihre Stiche jucken nicht nur intensiver, sondern auch deutlich länger als gewöhnliche Moskitostiche. Ein Tip: lange Socken und/oder Moskitospray mitnehmen!

Danach fahren wir weiter zur Hotelanlage der 2 Ríos Lodge, wo schon Duschen und ein leckeres Mittagsbuffet auf uns warten. Wer mag, kann sich im Garten entspannen oder eine Abkühlung in einem der Pools nehmen – der perfekte Ausklang nach einem actionreichen Tag, bevor es später zurück nach La Paz geht.

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Rückfahrt nach La Paz

 

Nach dieser wohlverdienten Abkühlung im Pool und einem entspannten Ausklang in der tropischen Lodge machen wir uns auf den Rückweg nach La Paz – etwa 110 km, die sich über rund 3 Stunden Fahrzeit ziehen.

Für manche in der Gruppe war diese Rückfahrt allerdings fast adrenalingeladener als die Death Road selbst: Eine kurvige Bergstraße, steile Abhänge, kaum Leitplanken – kombiniert mit dem typisch bolivianischen Fahrstil, der gerne mal rasant und mutig ausgelegt wird. Gegen 20 Uhr sind wir schließlich zurück in der Stadt.

Fazit

Der Downhill-Trip auf der Death Road war definitiv eines der Highlights meiner Bolivien-Reise. Der Tag war vom frühen Morgen bis zum Abend vollgepackt mit Action, atemberaubenden Landschaften und echtem Abenteuergefühl. Es war faszinierend, wie sich die Umgebung auf dem Weg von der kargen Hochlandkulisse in den dichten Dschungel wandelte.

Unsere Guides waren absolut top: professionell, unterhaltsam und vor allem sehr aufmerksam. Jeder von uns ist heil unten angekommen.

Wenn ich etwas anders machen würde, dann wäre es die Wahl des Bikes: Beim nächsten Mal würde ich definitiv ein Modell mit besserer Ausstattung nehmen und dafür mehr bezahlen. 

Unterm Strich: Ein unvergessliches Erlebnis, das ich jedem empfehlen kann, der auf der Suche nach Action, Natur und einem ganz besonderen Abenteuer in Bolivien ist.

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