Der Lago Atitlán in Guatemala gilt nicht ohne Grund als einer der schönsten Seen der Welt – umgeben von drei beeindruckenden Vulkanen und charmanten Dörfern, die alle ihren eigenen Charakter mitbringen. An manchen Ecken hat mich der Lago Atitlán tatsächlich ein bisschen an den Lago Maggiore oder andere norditalienische Seen erinnert – nur mit mehr Vulkanen und Backpacking-Vibes. Gerade unter Backpackern ist der See ein absoluter Lieblingsort: günstig, entspannt und vollgepackt mit Möglichkeiten, Natur und Kultur aktiv zu erleben.
Ob du nur ein paar Tage bleibst oder dich wie viele spontan länger niederlässt – rund um den See warten jede Menge Erlebnisse auf dich. In diesem Artikel zeige ich dir die besten To-dos rund um den Lago Atitlán, die du auf keinen Fall verpassen solltest – von Wanderungen und Kajaktouren bis zu Sonnenaufgängen, Dorfhopping und dem Sprung ins kühle Nass.
alles auf einen Blick
- Ort: Hochland von Guatemala, umgeben von Vulkanen (San Pedro, Atitlán, Tolimán)
- Anreise: Ab Antigua oder Guatemala-Stadt mit Shuttle/ Chicken Bus nach Panajachel (Hauptzugangspunkt zum See)
- Dauer des Aufenthalts: Ideal: 3–5 Tage (viele bleiben deutlich länger)
- Hauptorte am See:
Panajachel – Verkehrsknotenpunkt & touristisches Zentrum
San Pedro La Laguna – Backpacker-Hochburg mit Bars & Hostels
San Marcos La Laguna – alternativ, spirituell & ruhig
San Juan La Laguna – Kunst, Textilien & Kultur
Santa Cruz La Laguna – abgelegen, ruhig, tolle Ausblicke
Beste Reisezeit: Trockenzeit von November bis April (sonnig & stabil – ideal für Aktivitäten)
- Unterkunft: Von günstigen Hostels bis Eco-Lodges – viele direkt am Wasser, oft mit Hängematten, Gärten & Seeblick
- Atomsphäre: Entspannt, alternativ, international – viele Reisende bleiben „hängen“
Aktivitäten:
Wandern (z. B. Indian Nose), Kajakfahren/SUP, Baden & Klippenspringen, Mountainbike
Yogastunden, Meditation, spirituelle Workshops & Retreats (v. a. in San Marcos)
Dorfhopping per Boot (z. B. San Pedro, San Juan, Santa Cruz)
Märkte, Street Food & kulturelle Einblicke & Workshops in die Maya-Gemeinden
- Vogelbeobachtungen & Naturtouren und Angeltouren
- weitere
Tipps & Wissenswertes
Geld & ATMs: In Panajachel gibt es mehrere Geldautomaten, in kleineren Dörfern solltest du genug Bargeld dabeihaben. Viele Unterkünfte und Restaurants akzeptieren nur Cash.
WLAN & SIM-Karte: Das Internet funktioniert meist okay, vor allem in Cafés und Unterkünften. Für mobiles Netz lohnt sich eine guatemaltekische SIM, z. B. von Tigo oder Claro.
Sicherheit: Der See gilt generell als sicher, auch alleinreisend. Nach Einbruch der Dunkelheit lieber nicht alleine durch abgelegene Wege laufen – besonders in San Pedro oder auf unbeleuchteten Pfaden.
Sprache: Viele Einheimische sprechen Spanisch oder ihre indigene Sprache (Kaqchikel oder Tz’utujil). Ein paar spanische Grundkenntnisse sind sehr hilfreich, vor allem in den weniger touristischen Orten – oder du nutzt die Gelegenheit und besuchst einen Sprachkurs!
Packliste: Leichte Kleidung für den Tag, etwas Warmes für die Abende, gute Schuhe für Wanderungen, Sonnencreme, Mückenspray – und Badezeug für den Sprung in den See!
Gesundheit & medizinische Versorgung: In den größeren Orten wie Panajachel oder San Pedro gibt es kleine Kliniken und Apotheken. Bei ernsteren Problemen ist Sololá (die nächstgelegene Stadt) oder Antigua besser ausgestattet.
Trinkwasser: Wasser aus dem Hahn solltest du grundsätzlich nicht trinken – auch nicht zum Zähneputzen. Lieber gefiltertes oder gekauftes Wasser verwenden.
Strom & Steckdosen: In Guatemala werden Stecker-Typ A und B verwendet (wie in den USA), also mit zwei flachen Pins. Die Spannung liegt bei 120 Volt. Stromausfälle sind selten, können aber vorkommen – gerade in abgelegeneren Orten wie Jaibalito oder Santa Cruz.
Kultur & Verhalten: Viele Menschen am See gehören zur indigenen Bevölkerung – mit eigenen Sprachen, Traditionen und Werten. Ein respektvoller Umgang ist wichtig: nicht einfach drauflos fotografieren, besonders nicht Menschen in traditioneller Kleidung.
beste Reisezeit
Die beste Zeit, um den Lago Atitlán zu bereisen, ist während der Trockenzeit von November bis April. In diesen Monaten erwarten dich meist sonnige, klare Tage, angenehme Temperaturen und ideale Bedingungen für Outdoor-Aktivitäten wie Wandern, Kajakfahren oder einfach am Wasser entspannen. Besonders Dezember bis Februar gelten als Hochsaison – das Wetter ist dann am stabilsten, aber auch die Unterkünfte etwas voller (und teils teurer).
In der Regenzeit von Mai bis Oktober regnet es in der Regel nachmittags oder abends, während die Vormittage oft noch trocken und sonnig sind. Es ist also durchaus möglich, auch in dieser Zeit zu reisen – du solltest deine Ausflüge dann nur besser timen und mit gelegentlichen Regenschauern rechnen. Der Vorteil: Weniger Touristen, üppig grüne Landschaften und günstigere Preise.
Aufgrund der Höhenlage (ca. 1.500 m) kann es das ganze Jahr über morgens und abends überraschend kühl werden – eine dünne Jacke oder ein warmer Pullover ist sinnvoll.
Anreise zum Lago Atitlán
Die Anreise zum Lago Atitlán ist unkompliziert und für Backpacker gut machbar. Egal, ob du aus Antigua, Guatemala-Stadt oder einem anderen Teil des Landes kommst: Panajachel ist eigentlich immer das erste Ziel am Lago Atitlán. Von dort aus erreichst du die anderen Dörfer rund um den See mit kleinen öffentlichen Booten (Lanchas). Hier ein Überblick über verschiedene sinnvolle Optionen der Anreise:
Je nachdem, wo du startest und wo du hinwillst, hast du mehrere Transportoptionen – hier ein kurzer Überblick:
von Antigua nach Panajachel
- Transport: Minivan
- Buchen: über Busbud.com
- Dauer: 3 Stunden
- Kosten: ab 16 €
von Guatemala City nach Panajachel
- Transport: Minivan
- Buchen: über Busbud.com
- Dauer: 3–4 Stunden
- Kosten: ab 16 €
von San Cristobál de las Casas (Mexiko) nach Panajachel
- Transport: Minivan
- Buchen: vor Ort bei einer Agentur in San Cristobál de las Casas oder online über marvelustravel.com.
- Dauer: 12 Stunden
- Kosten: ab 60 €
Das Ticket für den Minivan kann in einer der zahlreichen Agenturen vor Ort in San Cristobal des las Casas oder online über marvelustravel.comgekauft werden. Der Start ist offiziell früh um 6 Uhr. Die direkte Route ist manchmal aufgrund einer Kombination aus soziopolitischen Spannungen, Protesten der indigenen Bevölkerung und lokalen Konflikten in der Region Chiapas gesperrt. Gelegentlich können organisierte Kriminalität oder Zusammenstöße zwischen verschiedenen Gruppen zu vorübergehenden Sperrungen oder unsicheren Bedingungen führen. Dann gibt es offenbar eine alternative Route, die etwas länger dauert.
Das war auch bei unserer Reise der Fall, sodass der Fahrer uns früher abholen wollte. Da uns jedoch niemand vorher darüber informiert hatte, weckte der Fahrer einfach per Dauerklingeln um 4 Uhr morgens das gesamte Hostel und wir mussten uns innerhalb von 5 Minuten fertig machen und auschecken.
Normalerweise fährt der Minivan über Quetzaltenango, dann Panjachel und dann Antigua – du entscheidest vorher, wohin in Guatemala du fahren möchtest.
von Chichicastenango nach Panajachel
- Transport: Minivan
- Buchen: über Busbud.com
- Dauer: 1,5 Stunden
- Kosten: ab 14 €
von Quetzaltenango nach Panajachel
- Transport: Minivan
- Buchen: über Busbud.com
- Dauer: 3 Stunden
- Kosten: ab 23 €
Transport rund um den See
Die Dörfer rund um den Lago Atitlán sind durch regelmäßige Boote (Lanchas) miteinander verbunden – das ist die einfachste und schnellste Art, von einem Ort zum nächsten zu kommen. Die Boote fahren täglich von 6:30 Uhr bis 17:30 Uhr und es gibt keinen festen Fahrplan. Abfahrt ist, sobald genug Passagiere eingestiegen sind. Die meisten Boote starten in Panajachel, fahren in alle Richtungen über den See und halten an den meisten Dörfern an und sogar an manchen Hotels, die direkt am Wasser liegen (z.B. am wunderschönen Casa del Mundo). Die Preise hängen von der Strecke ab (zwischen 20 und 35 Quetzales, also ca. 2,50€-4€). Von Touristen wird oft ein höherer Preis verlangt als von den Locals, aber in einem Rahmen, der auch das Budget eines Backpackers nicht sprengen sollte. Außerdem ist die Bootsfahrt an sich jedes Mal ein Erlebnis und es macht einfach Spaß, den schönen See und die süßen Dörfer vom Wasser aus zu beobachten.
Es gibt keine Straßenverbindung rund um den ganzen See – manche Orte sind ausschließlich per Boot erreichbar. Manche Orte, vor allem in den touristischeren Gegenden rund um den See, sind durch Straßen (teilweise Schotterwege) verbunden und du kannst benachbarte Orte per Tuk-Tuk erreichen. Wer mag, kann auch einiges zu Fuß oder per Kajak erkunden – gerade zwischen Santa Cruz, Jaibalito und San Marcos gibt’s schöne Wege direkt am See entlang.
Dörfer rund um den Lago Atitlán
Rund um den Lago Atitlán reihen sich über ein Dutzend Dörfer – jedes mit eigenem Charakter, eigener Atmosphäre und eigenen Highlights. Manche sind lebendig und touristisch, andere ruhig, abgeschieden oder sogar nur per Boot erreichbar. Ob du Lust auf Partyleben, Yoga-Retreats, lokale Kultur oder einfach Natur pur hast: Es lohnt sich, verschiedene Orte zu erkunden oder gezielt das Dorf auszuwählen, das am besten zu deinem Reisestil passt. Die meisten Reisenden beschränken sich allerdings auf die 3 von Backpackern am meisten besuchten Orte Panajachel, San Pedro La Laguna und San Marcos La Laguna. Hier findest du einen Überblick über die bekanntesten und beliebtesten Dörfer am See – inklusive ihrer Besonderheiten.
Panajachel – der zentrale Ausgangspunkt
San Pedro La Laguna – Backpacker, Bars & Vulkan
San Pedro ist das beliebteste Backpacker-Dorf und der Partyort am See – günstig, lebendig und perfekt, wenn du Leute treffen willst. Hier gibt’s Hostels mit Seeblick, viele Cafés, Streetfood, Bars und sogar ein kleines Nachtleben. Gleichzeitig kannst du von hier aus super zum Vulkan San Pedro oder zur Indian Nose wandern. Wer’s aktiv und gesellig mag, ist hier richtig. Wer Ruhe sucht, eher nicht.
San Marcos La Laguna – Spirituell & entspannt
San Marcos ist das „Zen-/Hippie“-Dorf des Sees. Hier findest du Yoga-Retreats, Meditationszentren, Kakao-Zeremonien und Menschen, die barfuß durch die Gassen laufen. Es ist ruhig, alternativ und vor allem beliebt bei Reisenden, die innere Balance, einfach einen entschleunigten Ort suchen oder auch die Nähe zur Natur suchen. Auch zum Schwimmen oder Kajakfahren eignet sich der Bereich rund um San Marcos gut. Dieser Ort ist mein persönlicher Favorit am See, weil er schön ruhig ist und trotzdem viel zu bieten hat.
San Juan La Laguna – Kunst, Kultur & Kaffeegenuss
San Juan ist das perfekte Dorf, wenn du mehr über die indigene Kultur und das lokale Kunsthandwerk lernen willst. Es gibt tolle Kooperativen, Galerien, Webereien und auch kleine Kaffees, in denen du guatemaltekischen Kaffee direkt von der Quelle probieren kannst. Das Dorf ist gepflegt, bunt und weniger touristisch überlaufen als z. B. San Pedro. Ideal für einen ruhigen Tagesausflug – oder ein paar entschleunigte Nächte.
Santa Cruz La Laguna & Tzununa – Rückzugsorte im Aufbruch
Wer es ruhig, naturnah und trotzdem nicht völlig abgeschieden mag, sollte einen Blick auf Santa Cruz und Tzununa werfen – zwei Orte, die sich gerade leise, aber spürbar weiterentwickeln. Santa Cruz La Laguna, nur per Boot erreichbar, liegt spektakulär an den steilen Hängen des Sees. Hier dominieren Stille, Natur und einfache Schönheit – mit Lodges, die teils atemberaubende Ausblicke bieten. Noch gibt es kaum Infrastruktur, aber gerade das macht den Reiz aus. Tzununa, direkt neben San Marcos, gilt unter Langzeitreisenden als aufstrebender Geheimtipp. Es ist weniger touristisch und spirituell als sein berühmter Nachbar, aber immer mehr Retreats, nachhaltige Projekte und kleine Hostels lassen erkennen, dass hier etwas im Entstehen ist – ruhig, grün, bodenständig und mit viel Potenzial.
Jaibalito – Geheimtipp für Ruhesuchende
Noch ruhiger als Santa Cruz: Jaibalito. Ein winziges, autofreies Dorf zwischen Felsen und Dschungel. Hierher verirren sich nur wenige Reisende – aber wer kommt, bleibt oft länger. Es gibt einfache Unterkünfte, schöne Wanderwege und direkten Zugang zum Wasser. Ideal für alle, die offline sein wollen.
Santa Catarina Palopó und San Antonio Palopó
Diese beiden traditionellen Kaqchikel-Dörfer an der südöstlichen Uferseite des Sees sind deutlich ruhiger als die bekannten Hotspots – und gerade deshalb einen Besuch wert. In Santa Catarina Palopó stechen sofort die bunt bemalten Hausfassaden ins Auge, die im Rahmen eines lokalen Kunstprojekts mit traditionellen Mustern verziert wurden. Das kleine Dorf bietet authentisches Flair, tolle Fotospots und sogar eine lokale Therme mit Seeblick. Nur wenige Kilometer weiter liegt San Antonio Palopó, berühmt für seine Keramiktradition und die spektakuläre Hanglage. Von der weiß-blauen Kirche oben im Ort hast du einen traumhaften Ausblick über den See. Beide Orte sind ideal für einen Halbtagesausflug – ruhig, kulturell spannend und angenehm untouristisch.
San Pablo La Laguna
Zwischen San Juan und San Marcos gelegen, aber kaum vom Tourismus berührt. San Pablo ist ein echtes Wohn- und Arbeitsdorf, in dem das Alltagsleben der indigenen Bevölkerung im Vordergrund steht. Als Besucher wird man freundlich empfangen, aber touristische Infrastruktur gibt es kaum – was genau den Reiz ausmacht, wenn man echtes lokales Leben kennenlernen möchte.
Agua Escondida
Ein kleiner Ort auf der Ostseite des Sees, fernab der typischen Reiseroute. Hierher verirren sich kaum Touristen und es gibt sehr wenig Unterkünfte. Die Umgebung ist ländlich und grün, perfekt für alle, die einen authentischen Eindruck vom ländlichen Guatemala gewinnen möchten.
To-dos rund um den See
Ob aktiv oder entspannt – rund um den Lago Atitlán gibt es richtig viel zu erleben. Die Region bietet eine einzigartige Mischung aus Natur, Kultur, Bewegung und gechillter Atmosphäre. Du kannst wandern, im See baden, Yoga machen, mit dem Kajak losziehen, dich durch lokale Spezialitäten probieren oder einfach von Dorf zu Dorf hoppen. Damit du den Überblick behältst, kommen hier die besten Aktivitäten und Ausflüge.
Wandern rund um den See
Viele Wanderungen kannst du theoretisch auf eigene Faust machen, besonders die Wege zwischen den Dörfern, wie etwa die wunderschöne Strecke von Santa Cruz nach San Marcos (mehr zur Wanderung siehe unten). Dieser Weg führt direkt am See entlang, vorbei an kleinen Dörfern, Gärten und immer wieder grandiosen Ausblicken – festes Schuhwerk und ausreichend Wasser mitnehmen!
Für Wanderungen wie die Indian Nose (besonders im Dunkeln zum Sonnenaufgang) oder Touren zu entlegeneren Orten empfiehlt sich allerdings ein Guide, allein schon aus Sicherheitsgründen und wegen des lokalen Know-hows. Oft kannst du Touren unkompliziert vor Ort oder über dein Hostel buchen.
Klares Wasser, grüne Ufer, ruhige Morgenstunden – Kajakfahren oder Paddeln mit dem SUP auf dem Atitlán-See ist ein Highlight! In vielen Dörfern (z. B. in Santa Cruz oder San Marcos) kannst du dir für kleines Geld ein Kajak/SUP leihen und einfach lostuckern. Außerdem gibt es rund um den See einige gute Spots zum Baden oder ins Wasser springen, etwa von Stegen oder Felsen. Besonders morgens ist das Wasser spiegelglatt und herrlich erfrischend.
Yoga und Meditation
Wenn du Lust auf Entspannung hast, bist du am Lago Atitlán goldrichtig. Vor allem in San Marcos findest du viele Yoga-Studios, Retreat-Zentren und Meditationsangebote – vom Drop-in-Kurs bis zum mehrtägigen Workshop. Die Locations sind oft direkt am Wasser oder mitten im Grünen, mit Blick auf den See. Auch in anderen Dörfern (wie Tzununa oder Santa Cruz) gibt es zunehmend ruhige Unterkünfte mit Yogadecks.
Tauchen – Faszinierende Unterwasserwelt mit Geheimnis
Tauchen im Lago Atitlán ist ein einzigartiges Erlebnis, nicht nur wegen des klaren Süßwassers und der beeindruckenden Kulisse der umliegenden Vulkane, sondern auch wegen der faszinierenden Geschichte unter der Oberfläche. Es gibt Berichte über eine „versunkene Stadt“ im See – Reste alter Strukturen und Terrassen, die vermutlich durch Erdbeben und vulkanische Aktivitäten unter Wasser geraten sind. Für Taucher*innen ist das ein spannendes Ziel, um die ruhige und geheimnisvolle Unterwasserwelt zu erkunden. Obwohl das Tauchen am Lago Atitlán noch eher ein Insider-Tipp ist, bieten einige lokale Anbieter Kurse und Touren an – perfekt für Abenteuerlustige, die etwas Außergewöhnliches suchen.
Kakao-Zeremonien & spirituelle Angebote
Dorfhopping mit dem Lancha-Boot
Ein Must-do am See ist das Dorfhopping mit dem Boot. Die öffentlichen Lanchas bringen dich unkompliziert von Ort zu Ort – schnell, günstig und mit Aussicht. So kannst du an einem Tag mehrere Dörfer besuchen und die unterschiedlichen Vibes erleben: erst Frühstück in San Juan, ein Kunst-Coop besuchen, danach ein Mittagssnack in San Pedro und zum Sonnenuntergang wieder zurück. Die Fahrten machen Spaß und sind schon für sich ein kleines Abenteuer.
Kunst & Kultur entdecken
Besonders in San Juan La Laguna kannst du lokale Kultur hautnah erleben: In den Webereien und Galerien erfährst du mehr über natürliche Färbetechniken, traditionelle Muster und die Bedeutung der Farben in der Maya-Kultur. Es gibt auch Street Art, kleine Museen und kreative Läden, in denen du handgemachte Souvenirs direkt von den Produzenten kaufen kannst. Viele Dörfer haben auch kleine Feste oder Zeremonien – Augen offen halten!
Lokale Workshops (z. B. Weben, Kochen, Naturkosmetik)
In Dörfern wie San Juan La Laguna kannst du an kleinen Workshops teilnehmen, z. B. Weben mit natürlichen Farbstoffen, guatemaltekisches Kochen, Naturkosmetik selber machen, Tortilla-Kurse oder Kunsthandwerk. Viele dieser Angebote werden von Kooperativen oder lokalen Familien durchgeführt – also eine tolle Möglichkeit, tiefer in die Kultur einzutauchen und gleichzeitig die Community zu unterstützen.
Vogelbeobachtung & Naturtouren
Die Region rund um den Atitlán-See ist ein Hotspot für Vogelbeobachtung – von bunten Tukanen über Kolibris bis zu seltenen Greifvögeln. Vor allem in den frühen Morgenstunden lohnt es sich, mit einem Fernglas loszuziehen oder eine geführte Tour zu machen. In manchen Dörfern werden auch spezielle Natur- oder Permakultur-Führungen angeboten, bei denen du mehr über die Ökosysteme der Region lernst.
Angeltouren
Wer mal etwas anderes ausprobieren möchte, kann am Atitlán-See auch organisierte Angeltouren buchen. Meist gehst du mit einem lokalen Guide raus auf den See und angelst auf traditionelle Weise – zum Beispiel mit Handangeln. Gefangen werden unter anderem Tilapia oder kleinere Süßwasserfische. Besonders schön sind Touren in den frühen Morgenstunden oder zum Sonnenuntergang. Oft bekommst du dabei auch Einblicke in die Fischereikultur der indigenen Bevölkerung rund um den See.
E-Bike- oder Mountainbike-Touren
Für Aktive gibt’s auch Bike-Touren rund um den See – entweder als geführte Tour oder auf eigene Faust. Die Strecken führen teils durch Dörfer, teils durchs hügelige Hinterland, und bieten tolle Ausblicke auf den See und die Vulkane. E-Bikes machen die Höhenmeter angenehmer, klassische Mountainbikes gibt’s z. B. in Panajachel oder San Pedro zu leihen. Besonders lohnenswert: die Strecke von San Pedro Richtung Santa Clara oder San Juan.
Temazcal – Traditionelle Maya-Sauna
In mehreren Orten – besonders in San Marcos, San Juan und Tzununa – kannst du einen Temazcal besuchen. Das ist eine traditionelle, von den Maya überlieferte Schwitzhütten-Zeremonie, bei der du in einer Art Lehmofen mit heißen Steinen und Kräuterdampf ordentlich ins Schwitzen kommst. Es soll reinigend und energetisierend wirken – körperlich und mental. Manche Unterkünfte bieten Temazcal direkt auf dem Gelände an, oft kannst du auch privat buchen.
Sunrise & Sunset Spots
Der Lago Atitlán liefert dir täglich mindestens zwei Gänsehautmomente: den Sonnenaufgang über dem Wasser und den Sonnenuntergang hinter den Vulkanen. Für den Sonnenaufgang lohnt sich die Wanderung zur Indian Nose oder ein ruhiger Spot am Ufer von San Marcos. Der Sonnenuntergang lässt sich besonders schön von Santa Cruz, Jaibalito oder San Pedro aus beobachten – mit Bier oder Kokosnuss in der Hand.
Wenn du Lust auf ein bisschen Nachtleben hast, ist San Pedro die beste Adresse. Hier gibt’s Hostels mit Bars, günstige Drinks, Livemusik und immer wieder kleine Partys. Besonders am Wochenende kann es etwas lauter werden – wer also mitfeiern will, ist hier richtig. In anderen Dörfern ist’s dagegen eher ruhig ab Sonnenuntergang.
Tagesbesuch des Traumhotels „Casa del Mundo“
Das Hotel Casa del Mundo gilt als eines der schönsten Hotels am gesamten See – und das völlig zurecht! Es liegt spektakulär an einer Felsklippe zwischen Jaibalito und El Jaibalito, mit Panoramablick über den See, verwunschenen Gärten und Terrassen, auf denen man sich fühlt wie im Paradies. Auch wenn du nicht dort übernachtest, kannst du tagsüber für ein paar Stunden vorbeikommen, z. B. zum Mittagessen mit Aussicht, für ein paar Stunden zum Lesen, Baden und Entspannen, oder um einfach mal das besondere Flair zu genießen. Der Zugang erfolgt per Boot – frag einfach nach dem nächsten öffentlichen Lancha-Stopp. Tipp: Unbedingt Badesachen und ein Buch mitnehmen!
Tagesausflüge in die Umgebung
Wenn du länger bleibst, lohnt sich auch ein Blick über den See hinaus. Beliebt ist z. B. ein Ausflug zum Markt von Chichicastenango (nur donnerstags & sonntags), wo du alles von Masken bis Stoffen findest – ein echtes Farbenfest. Oder du besuchst Thermalquellen, Kaffeeplantagen im Hinterland oder machst eine Tour in kleinere, touristisch kaum erschlossene Dörfer.
was tun bei schlechtem Wetter?
Auch wenn der Lago Atitlán vor allem mit Outdoor-Abenteuern lockt – Regenwetter muss dir den Aufenthalt nicht vermiesen. Viele Hostels, Cafés und Kulturzentren bieten gemütliche Rückzugsorte mit Hängematten, Kaminfeuer oder Seeblick. Du kannst zum Beispiel in einer lokalen Kakaobar oder einem gemütlichen Café in San Marcos oder San Pedro entspannen, ein Buch lesen oder neue Leute kennenlernen.
Außerdem bieten sich Workshops (z. B. Weben, Kochen, Naturkosmetik), Yoga oder eine Kakao-Zeremonie an, die auch drinnen stattfinden kann. Auch ein Temazcal (Maya-Schwitzhütte) ist bei Regen eine stimmungsvolle und passende Aktivität. Wenn du in Panajachel bist, lohnt sich ein Besuch im Museo Lacustre, wo du mehr über die Geschichte des Sees und der versunkenen Maya-Stadt lernst. Oder du nutzt die Zeit für einen Marktbesuch unter Dach, ein bisschen Souvenirshopping oder einfach, um mal ganz bewusst runterzuschalten – das passt sowieso perfekt zur Atmosphäre am Atitlán.
für Langzeitaufenthalte: Freiwilligenarbeit oder Sprachkurs
Für alle, die länger am Lago Atitlán bleiben möchten und nach einer sinnvollen Beschäftigung suchen, bieten sich Freiwilligenarbeit oder ein Spanischkurs als perfekte Möglichkeiten an. In Orten wie San Pedro oder San Juan findest du zahlreiche Sprachschulen, die Einzel- oder Gruppenkurse in entspannter Atmosphäre direkt am See anbieten – ideal, um dein Spanisch zu verbessern und gleichzeitig in die lokale Kultur einzutauchen. Alternativ kannst du dich bei gemeinnützigen Projekten engagieren, zum Beispiel in Bereichen wie Bildung, Umwelt oder Gemeindeentwicklung. Viele Organisationen freuen sich über helfende Hände, auch für kürzere Zeiträume. So wird dein Aufenthalt nicht nur länger, sondern auch bereichernder – für dich und die Menschen vor Ort.
nachhaltig reisen am See
So sehr der Lago Atitlán mit seiner Schönheit beeindruckt, so sensibel ist sein Ökosystem – und es steht zunehmend unter Druck. In den letzten Jahren machen sich Umweltprobleme wie Wasserverschmutzung, Plastikmüll, Bodenerosion und Abwasserbelastung immer stärker bemerkbar. Vor allem durch das Wachstum des Tourismus steigt der Druck auf Natur und Infrastruktur – und genau deshalb ist nachhaltiges Reisen hier nicht nur „nett“, sondern notwendig.
Wenn du deinen Aufenthalt so umweltfreundlich wie möglich gestalten willst, gibt es viele einfache, aber wirkungsvolle Dinge, die du tun kannst:
Plastik vermeiden: In vielen Cafés, Hostels und Retreats gibt es Trinkwasserstationen – bring am besten deine eigene wiederverwendbare Flasche mit. Auch Stoffbeutel, feste Seife und Sonnencreme ohne Mikroplastik sind kleine, aber wirkungsvolle Beiträge.
Lokales unterstützen: Ob Märkte, kleine Familienbetriebe, lokale Guides oder Kunsthandwerk – jeder Quetzal, der im Dorf bleibt, hilft der Gemeinschaft mehr als ein Einkauf im Supermarkt oder ein Hotel in ausländischer Hand.
Umweltprojekte & Freiwilligenarbeit: Es gibt am See viele Initiativen, die sich für Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit einsetzen. Besonders aktiv sind Organisationen wie Amigos de Santa Cruz, Atitlán Organics (in Tzununa) oder Pura Vida Atitlán. Du kannst an Workshops teilnehmen, mithelfen oder einfach spenden, wenn du magst.
Bewusstes Reisen: Nachhaltigkeit bedeutet auch, mit offenen Augen unterwegs zu sein – mit Respekt für die Kultur, für indigene Traditionen und für das Leben der Menschen hier. Vermeide „Instagram-Tourismus“, achte auf deine Kleidung in ländlichen Gegenden und frag im Zweifel lieber nach, bevor du ein Foto machst.
Der Lago Atitlán ist ein wunderschöner Ort. Umso schöner ist es, wenn wir als Reisende dazu beitragen, dass er auch in Zukunft ein Ort zum Staunen, Lernen und Verweilen bleibt.
Unterkünfte
Ob einfaches Hostel mit Gemeinschaftsküche, gemütliches Boutique-Hotel mit Seeblick oder Eco-Lodge mitten in der Natur – am Lago Atitlán findest du Unterkünfte für jedes Budget und jeden Vibe. Auf Booking.com findest du wirklich eine riesige Auswahl an Unterkünften aller Art rund um den See. In Orten wie San Pedro oder Panajachel gibt es viele günstige Optionen für Backpacker*innen, während San Marcos, Santa Cruz oder Tzununa mit ruhigen, naturnahen Unterkünften punkten, oft mit Yoga-Angebot oder vegetarischer Küche. Viele Häuser liegen direkt am Hang oder am Wasser und bieten einen traumhaften Blick auf den See und die Vulkane – Sonnenaufgang vom Bett aus inklusive. Für Reisende mit mehr Budget gibt es auch traumhafte Luxus-Unterkünfte wie das exklusive Casa del Mundo, das mit spektakulärer Architektur und atemberaubender Aussicht punktet. Wer länger bleibt und/oder online arbeitet, findet zudem Apartments oder Unterkünfte mit Co-Working-Spaces. Egal wo: Früh buchen lohnt sich, vor allem in der Hauptsaison.
Fazit
Der Lago Atitlán ist ein wirklich beeindruckender Ort – umgeben von Vulkanen und traditionellen Dörfern bietet der See eine einzigartige Kulisse, die viele Besucher nachhaltig begeistert. Viele Reisende kommen eigentlich nur für einen kurzen Zwischenstopp vorbei, bleiben dann aber Tage oder sogar Wochen, weil die Kombination aus Natur, Kultur und Ruhe einfach überzeugt. Es gibt unglaublich viele Aktivitäten, von Wandern über Kajakfahren bis hin zu kulturellen Entdeckungen, aber genauso gut kann man einfach komplett entspannen und die Natur genießen, ohne etwas zu tun. Besonders Orte wie San Marcos laden mit ihrer entspannten Atmosphäre zum Abschalten ein. Ein weiteres interessantes Detail: In der Region werden täglich kleine Erdbeben registriert, was ich persönlich sehr spannend und irgendwie auch witzig fand. Wer einmal hier war, versteht schnell, warum es so schwerfällt, wieder aufzubrechen.