Laos ist wild, grün und ursprünglich – und kaum irgendwo spürt man das so intensiv wie im Norden des Landes. Während viele Reisende eher durch Luang Prabang oder Vang Vieng streifen, beginnt das echte Dschungelabenteuer im weniger touristischen, aber umso spannenderen Luang Namtha.
Die Region ist bekannt für ihre dichten Wälder, ethnischen Minderheiten und nachhaltigen Trekkingmöglichkeiten – ein echtes Ziel für Natur- und Outdoorliebhaber.
Von hier aus lassen sich verschiedene Dschungeltouren unternehmen – von eintägigen Wanderungen bis hin zu 3- oder 4-tägigen Treks, bei denen du tiefer in die Wälder des Nam Ha Nationalparks vordringst und in abgelegenen Dörfern oder Camps übernachtest. Wir haben uns für eine zweitägige Tour mit einer Nacht im Dschungelcamp entschieden – ein guter Kompromiss aus Abenteuer und Machbarkeit.
Während der Tour ging es zu Fuß über schmale Pfade, durch Bambuswälder und Flussläufe. Unser Nachtlager haben wir dabei selbst aus Bambus und Palmenblättern aufgebaut, gekocht wurde über dem offenen Feuer. Ohne Strom, ohne Empfang, aber dafür ganz nah dran an der Natur – und mit spannenden Einblicken in den Lebensraum Wald, wie man ihn nur selten erlebt.
Was dich bei der Tour erwartet, welche Ausrüstung du brauchst und wie anspruchsvoll das Ganze wirklich ist, erfährst du in diesem Artikel.
In diesem Artikel findest du alle Infos zur Anreise nach Luang Namtha, Buchung der Tour, Vorbereitung und was dich im Dschungel wartet 🙂 .
alles auf einen Blick
Art der Tour: Geführte Trekkingtour mit Übernachtung im selbstgebauten Dschungelcamp, als
Dauer: 2 Tage / 1 Nacht (auch 3- oder 4-tägige Varianten buchbar)
Startpunkt: Luang Namtha Stadtzentrum, Abholung meist direkt von der Unterkunft oder beim Veranstalter
Route: Transfer ins Umland → Wanderung durch Wald und Felder → Mittagessen unterwegs → Aufbau des Camps → Übernachtung → zweite Tagesetappe durch neuen Streckenabschnitt → Rückfahrt am Nachmittag
Gelände: Dschungelpfade, Bambuswald, Flussquerungen, bei Regen stellenweise rutschig
Schwierigkeit: Leicht bis moderat, keine technischen Anforderungen aber sehr hohe Luftfeuchtigkeit und Hitze, Grundkondition nötig
Übernachtung: Dschungelcamp unter Blätterdach und Moskitonetz, keine sanitären Einrichtungen
Verpflegung: Alle Mahlzeiten inklusive, frisch im Camp zubereitet, vegetarisch auf Wunsch
Kosten: ca. 40–70 € pro Person (abhängig von Anbieter, Gruppengröße und Saison)
Sprache: Lokale Guides mit grundlegenden Englischkenntnissen, viele stammen aus umliegenden Dörfern
Gruppengröße: Meist 2–8 Personen, Privattouren gegen Aufpreis möglich
Veranstalter: zahlreiche Anbieter vor Ort in Luang Namtha
Beste Reisezeit: November bis März (Trockenzeit), Regenzeit möglich, aber rutschig und anstrengender
Ausrüstung: Grundausstattung (z. B. Isomatte, Schlafsack, Moskitonetz, Geschirr) wird gestellt, Rest siehe Packliste
beste Reisezeit
Die beste Zeit für eine Dschungeltour ist während der Trockenzeit von November bis März. In diesen Monaten sind die Temperaturen angenehm, die Wege gut begehbar und das Wetter größtenteils stabil – perfekte Bedingungen zum Wandern. Besonders zwischen Dezember und Februar ist es oft sonnig, aber nicht zu heiß, und die Luft ist klar.
In der Regenzeit von Mai bis Oktober kann es dagegen deutlich anspruchsvoller werden: Die Pfade sind häufig rutschig, Flussquerungen schwieriger, und es besteht teils erhöhte Mückenplage. Auf der anderen Seite ist die Vegetation in dieser Zeit besonders üppig und grün – wer also ein echtes Regenwald-Erlebnis sucht und mit etwas mehr Abenteuerlust reist, kann auch dann eine Tour machen. Wichtig: In der Regenzeit sollte man flexibel sein, da einzelne Routen spontan geändert oder gekürzt werden können.
Für die meisten Reisenden empfiehlt sich aber die Trockenzeit – sie ist schlicht angenehmer, sicherer und besser planbar.
Anfahrt nach Luang Namtha
Luang Namtha liegt im abgelegenen Norden von Laos, nahe der Grenze zu China und ist von anderen Orten in Lao aus am einfachsten über Bus, Minivan oder auch per Zug erreichbar.
von Luang Prabang nach Luang Namtha
- Transport: Minivan
- Buchen: online über 12go.asia
- Dauer: 6 Stunden
- Kosten: 18–22 €
- Transport: Schnellzug nach Nateuy (ca. 40 min von Luang Namtha) + Tuk-Tuk, Taxi oder Minivan
- Buchen: online über 12go.asia + vor Ort
- Dauer: reine Fahrtzeit 1,5 Stunden + 40 min
- Kosten: 18 € Zugfahrt + 400.000 KIP fürs ganze Taxi / 80.000 KIP p.P. fürs Tuktuk / 60.000 KIP pP. im Minivan
Die meisten Reisenden nehmen einfach den Minivan, was die einfachste und bequemste Option ohne Umstiege ist. Alternativ kann man auch den Schnellzug nach Nateuy nehmen, was ca. 40 min von Luang Namtha entfernt wird. Der Bahnhof Nateuy wird fälschlicherweise oft mit „Bahnhof von Luang Namtha“ gleichgesetzt – Luang Namtha selbst hat gar keinen eigenen Bahnhof. Von Nateuy aus gelangt man per Taxi, Tuk-Tuk oder Minivan ins Zentrum von Luang Namtha – diese warten in der Regel direkt vor dem Bahnhof.
von Nong Khiaw nach Luang Namtha
- Transport: Minivan
- Buchen: online über 12go.asia
- Dauer: 7 Stunden
- Kosten: ca. 19 €
von Huay Xai (an der thailändischen Grenze) nach Luang Namtha
- Transport: Taxi + Minivan (aber als Komplettpaket buchbar)
- Buchen: online über 12go.asia
- Dauer: 4 Stunden
- Kosten: ca. 19 €
von Vientiane (Hauptstadt) nach Luang Namtha
- Transport: Inlandsflug
- Buchen: finde den besten Flug über skyscanner.com
- Dauer: 1 Stunde
- Kosten: ab ca. 45 €
Erwartungen
Dich erwartet ein echtes Mikro-Abenteuer mitten im laotischen Dschungel – ohne Komfort, aber dafür mit viel Natur, körperlicher Bewegung und einem Einblick in ein einfaches Leben im Einklang mit der Umgebung.
Wetter & Temperaturen: Tagsüber ist es meist warm bis heiß (25–33 °C), nachts kann es überraschend kühl werden – besonders im Camp, wo es oft unter 15 °C abkühlt. In der Regenzeit ist alles deutlich feuchter, die Luftfeuchtigkeit hoch und die Wege schlammig. Du wirst schwitzen, vielleicht auch nass werden – das gehört dazu.
Keine Unterkunft im klassischen Sinn: Du schläfst unter einem Blätterdach, das die Gruppe gemeinsam mit dem Guide aus Bambus und Palmenblättern baut. Geschlafen wird auf einfachen Matten mit Moskitonetz – mitten im Dschungel. Mit Naturgeräuschen und Lagerfeuerlicht.
Sanitäre Bedingungen: Toiletten gibt es unterwegs keine – waschen kannst du dich im Fluss, Toilettengänge erledigst du im Wald. Klopapier, Feuchttücher und Hygieneartikel bringst du selbst mit.
Essen: Gekocht wird über dem offenen Feuer – meist gibt es Reis, Gemüse, etwas Ei oder Fleisch, dazu Kräuter und Chili direkt aus dem Wald. Die Mahlzeiten sind überraschend lecker, aber einfach. Vegetarisch ist meist möglich, solltest du aber vorher ankündigen.
Kein Empfang: Während der gesamten Tour bist du komplett offline. Handyempfang gibt es im Dschungel nicht.
Wildnis & Wildlife: Du wirst hier keine Elefanten oder andere große Tiere sehen – aber vielleicht Affen, bunte Vögel, Spinnen, Frösche, Eidechsen oder riesige Schmetterlinge.
- Programm: Während reine Dschungeltrekking‑Touren mit Camp-Bau und Übernachtung im Wald das Minimum sind, beinhalten längere oder „kulturellere“ Varianten oft:
- Besuche bei ethnischen Dörfern (z. B. Lanten, Khmu, Akha)
- Übernachtungen in Homestays oder Eco-Lodges
- Bambus-Kochsessions, Survival-Techniken, Kräuterkunde
- River-Kajak, Mountainbike- oder Fahrradtouren entlang des Nam Ha Rivers
- Nächtliche Wanderungen oder Workshops zu traditionellem Handwerk
- Community-Erlebnisse wie Baci-Zeremonien, Reispflanzen oder Weberei
Buchung & Kosten
In Luang Namtha gibt es zahlreiche Agenturen vor Ort, bei denen du die Dschungelexpedition buchen kannst. Man findet auch Angebote online, diese sind aber meist deutlich teurer. Die meisten Anbieter vor Ort haben ein ähnliches Angebot und bewegen sich auch preislich in einem ähnlichen Rahmen. Meistens werden Dschungel-Trekkingtouren für zwischen 2 und 5 Tagen angeboten, oftmals auch noch Kajaktouren. Der Leistungsumfang richtet sich nach der Dauer und dem Anbieter und der Art der gewählten Tour.
Wer es zudem etwas komfortabler mag, findet aber auch ein paar „Premiumoptionen“, die sich von den anderen Veranstaltern z.B. in Sachen Mahlzeiten und Equipment unterscheiden. Wir haben unsere Tour vor Ort bei der Agentur Itzik Traveling (Google Maps) gebucht, die ihr Büro im Zentrum von Luang Namtha hat, und waren sehr zufrieden mit dem, was wir hier für unser Geld bekommen haben.
Die Preise variieren logischerweise immer je nach Dauer der Trekkingtour und zusätzlich je nach Anzahl der Gruppenteilnehmer – je mehr Teilnehmer, desto niedriger der Preis pro Person. Auf der Website unseres Veranstalters sind für die 2-tägige reine Dschungeltrekking‑Touren mit Camp-Bau und Übernachtung im Wald beispielsweise folgende Preise gelistet:
- 125 USD pro Person bei 1 Person
- 80 USD pro Person bei 2 Personen
- 75 USD bei 3 Personen
- 70 USD bei 4 Personen
- 65 USD bei 5 Personen
- 50 USD bei 9 Personen
- 70 USD bei 4 Personen
Unabhängig von der Dauer der Trekkingtour ist i.d.R. folgendes im Preis enthalten:
- Transport von und zum Start-/Endpunkt der Tour (inkl. Abholung von deiner Unterkunft in Luang Namtha)
Guide(s) – meist aus den umliegenden Dörfern, mit grundlegendem Englisch
Verpflegung während der Tour (2x Mittagessen, 1x Abendessen, 1x Frühstück + Trinkwasser, Tee & Kaffee)
Ausrüstung fürs Camp (Matte, Schlafsack Moskitonetz, Kochgeschirr & Besteck)
Programm (je nach Art der gewählten Tour)
Packliste
Die meisten Anbieter stellen gewisses Equipment für den Ausflug und die Übernachtung zur Verfügung (siehe unten). Die Tour wird in der Regel von 2 Guides begleitet und jeder Teilnehmer muss sowohl sein eigenes und ausgeliehen Equipment auf dem Rücken tragen. Zusätzlich dazu werden alle benötigten Utensilien (Kochequipment, Zutaten wie Reis etc.) auf die Gruppe verteilt, sodass jeder auch noch ein bisschen was davon trägt. Du solltest also in deinem Rucksack dementsprechend genug Platz übrig lassen.
was du selbst mitnehmen solltest
✅ Bequeme, feste Schuhe / Trekking-Schuhe
✅ Leichte, atmungsaktive Kleidung zum Wandern (am besten langärmelig wegen Insekten)
✅ Warme Kleidung für abends/nachts (Fleece, lange Hose, ggf. Mütze)
✅ Regenjacke oder Poncho (vor allem in der Regenzeit!)
✅ ggf. Stirnlampe oder Taschenlampe mit extra Batterien
✅ Feuchttücher & Toilettenpapier
✅ Zahnbürste & kleine Tube Zahnpasta
✅ Mückenspray (DEET empfohlen) & ggf. Antihistamin
✅ Sonnencreme & Sonnenbrille & Cap / Sonnenhut
✅ Persönliche Medikamente & Pflaster
✅ Snacks für zwischendurch (Energie-Riegel, Nüsse etc.)
✅ Powerbank (falls du Kamera/Handy nutzen willst)
✅ Plastiktüten / Drybags zum Schutz vor Feuchtigkeit
✅ Badesachen & kleines Handtuch (fürs Flussbad)
✅ Kamera oder Fernglas (für Tierbeobachtung)
✅ Biologisch abbaubare Seife / Shampoo (es gibt aber nur Flusswasser)
✅ Schlafmatte (meist aus Bambus oder Schaumstoff)
✅ Schlafsack
✅ Moskitonetz
✅ Kochgeschirr & Besteck
Ablauf der Tour
Wir hatten, wie gesagt, die 2-tägige reine Dschungeltrekking‑Touren mit Camp-Bau und Übernachtung im Wald gebucht und folgendes erlebt:
Tag 1: Wanderung zum Dschungelcamp
Unsere Dschungeltour begann am Morgen direkt bei der Agentur in Luang Namtha. Dort gab es ein kurzes Briefing, bevor wir mit einem Van zum Startpunkt der Tour fuhren. Der erste Halt war jedoch nicht direkt im Dschungel, sondern beim lokalen Handicrafts Center oder alternativ auf dem Morning Market der Stadt. Dort konnten wir nicht nur durch die Stände schlendern, sondern auch gemeinsam mit unserem Guide die Zutaten für unser Essen einkaufen, das wir später über dem Feuer im Dschungel zubereiten würden – ganz ohne Verpackung, direkt vom Markt.
Anschließend brachte uns der Van weiter zum Rand des Nam Ha Nationalparks, wo das eigentliche Trekking begann. Schon zu Beginn führte uns der Weg vorbei an einer kleinen Rubber Farm. Dort erklärte unser Guide, wie Kautschukbäume angezapft werden: Die Rinde wird leicht angeritzt, sodass der milchige Saft (Latex) austritt und langsam in Schalen tropft. Dieses Rohmaterial wird später zu Gummi weiterverarbeitet – ein wichtiger Wirtschaftszweig für viele Familien in der Region.
Danach ging es immer tiefer in den Dschungel hinein. Die Pfade wurden schmaler, das Gelände anspruchsvoller – bergauf, bergab, durch dichte Vegetation und über kleine Bäche. Zur Mittagszeit machten wir eine Pause mitten im Wald, wo unser Guide das Essen auspackte, das wir morgens gekauft hatten. Serviert wurde traditionell auf ausgebreiteten Bananenblättern – eine simple, aber schöne und nachhaltige Art, im Wald gemeinsam zu essen.
Am Nachmittag erreichten wir den Platz für unser Dschungelcamp, das wir gemeinsam mit dem Guide aus Palmenblättern, Bambus und Planen aufbauten. Das Camp lag direkt an einem kleinen Fluss, in dem man sich – wer möchte – erfrischend abkühlen konnte. Nach dem anstrengenden Wandertag war das Bad im kühlen Wasser ein echtes Highlight.
Das Abendessen wurde gemeinsam über dem Feuer zubereitet – gekocht wurde dabei mit einfachsten Mitteln, u. a. in Bambusrohren. Geschlafen wurde auf Matten unter Moskitonetzen, begleitet vom nächtlichen Dschungelkonzert.
Tag 2: Wanderung zum Dschungelcamp
Nach dem Frühstück ging es früh weiter. Der zweite Tag ist ein längerer Wandertag mit abwechslungsreichem Terrain. Die Tour führte uns durch Reisfelder, an kleinen Bächen und bewirtschafteten Feldern vorbei – eine schöne Gelegenheit, die ländliche Seite Nord-Laos’ kennenzulernen.
Ein Highlight war der Besuch eines traditionellen Khmu-Dorfs (Nalan Nuea Village), wo wir Zeit hatten, uns umzusehen, mit den Menschen zu sprechen (der Guide übersetzt) und etwas über das alltägliche Leben der ethnischen Minderheiten zu lernen.
Von dort aus ging es weiter in das geschützte Kerngebiet des Nam Ha Nationalparks, wo uns unser Guide viel über die dortige Pflanzenwelt, Schutzprojekte und die nachhaltige Nutzung des Waldes erklärte.
Nach etwa 5–6 Stunden Gehzeit erreichten wir schließlich das Doyluckham-Gebiet, wo unser Van bereits auf uns wartete, um uns zurück nach Luang Namtha zu bringen.
Fazit
Die zweitägige Dschungeltour ab Luang Namtha war ein schönes, naturnahes Erlebnis, bei dem man für kurze Zeit komplett raus aus dem Alltag und der Zivilisation kommt. Die Bedingungen sind einfach, der Komfort minimal – aber genau das macht einen Teil des Abenteuers aus.
Man kocht über dem Feuer, schläft unter Moskitonetzen mitten im Wald und trägt sein Gepäck selbst. Es ist körperlich durchaus anstrengend, aber mit durchschnittlicher Fitness gut machbar. Wer Lust auf Bewegung, Natur und ein bisschen Abenteuer hat, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen.
Besonders gefallen hat uns die Kombination aus Trekking, Camp-Bau und kleinen Einblicken in den Alltag der lokalen Bevölkerung, ohne dass sich die Tour jemals zu touristisch angefühlt hat.
Nach der Rückkehr empfiehlt es sich aber auf jeden Fall, mindestens einen Tag zum Ausruhen einzuplanen – sei es in Luang Namtha selbst oder auf dem Weg zum nächsten Reiseziel. Wer bewusst und mit der richtigen Einstellung rangeht, wird mit einem bodenständigen und echten Erlebnis belohnt.