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La Paz (Bolivien) Guide: die besten Aktivitäten

La Paz, die höchste Regierungshauptstadt der Welt, ist ein Ort wie kein anderer: chaotisch, faszinierend, kulturell reich – und gleichzeitig das perfekte Basislager für einige der spannendsten Outdoor-Abenteuer Südamerikas. Die Stadt selbst liegt auf über 3.600 m und ist eingerahmt von dramatischen Andengipfeln, was sie nicht nur landschaftlich, sondern auch atmosphärisch zu etwas ganz Besonderem macht.

Egal ob du durch tiefe Täler radelst, luftige Höhen erklimmst oder einfach nur durch bunte Märkte schlenderst – in und um La Paz warten Abenteuer für jeden Geschmack. In diesem Artikel zeige ich dir die besten Aktivitäten in der Stadt und im Umland: von Tageswanderungen wie zum Muela del Diablo, über Adrenalin pur beim Downhill auf der Death Road, bis zur Besteigung des „einfachsten 6.000ers der Welt“, dem Huayna Potosí. Aber auch farbenfrohe Märkte, Kultur, Seilbahnfahrten und entspannte Cafés kommen nicht zu kurz.

In diesem Artikel zeige ich dir die besten Aktivitäten in La Paz und Umgebung, damit du das Beste aus deinem Aufenthalt herausholst :).

alles auf einen Blick

  • Lage: Im Altiplano, Andenhochland auf ca. 3.600 m, umgeben von Bergen & Tälern – höchster Regierungssitz der Welt

  • Beste Reisezeit: Mai bis Oktober (Trockenzeit – sonnig & gute Sicht für Berge / Touren)

  • Dauer des Aufenthalts: mindestens 3–5 Tage (für Stadt + 1–2 Ausflüge), für echte Outdoorfans deutlich länger

  • Atmosphäre: Lebendig, chaotisch, kulturell reich – Mischung aus indigenem Leben, Street Art & urbaner Energie

  • Besonderheiten: Höhenlage kann anfangs herausfordernd sein (außer Atem beim Stadtspaziergang)

  • Highlights in und um La Paz:

    • Death Road: legendäre Downhill-Biketour mit Aussicht & Nervenkitzel

    • Besteigung legendärer 5.000er & 6.000er in der Nähe – ganz vorne dabei der Huayna (3-Tages-Tour)

    • Mehrtagestrek in der Cordillera Real, mächtige Gebirgskette östlich von La Paz
    • Tageswanderungen am Rande der Stadt, z.B. zum Muela del Diablo

    • zahlreiche Tagesausflüge nahe der Stadt, z.B. zum Valle de la Luna (Tal mit bizarren Felsformationen)
    • Street Art & Märkte: z. B. Hexenmarkt, El Alto & alternative Stadtführungen
    • Mi Teleférico: größtes urbanes Seilbahnnetz der Welt – perfekte Aussicht über die Stadt
    • auch nicht weit: der Titicacasee

Tips & Wissenswertes

  • Höhenlage beachten: La Paz liegt auf rund 3.600 m – viele Besucher spüren anfangs die dünne Luft. Man gerät bei einem Stadtspaziergang außer Atem. Deshalb ruhig starten, viel trinken, Coca-Tee hilft gegen Symptome der Höhenkrankheit.

  • Geld & Bezahlung: Bargeld ist in kleineren Läden & Märkten üblich. Geldautomaten gibt’s viele, aber nicht alle funktionieren mit internationalen Karten. Am besten in Sopocachi oder im Zentrum abheben (z. B. Banco Nacional de Bolivia).

  • Sicherheit: La Paz gilt insgesamt als recht sicher, aber in Märkten, Bussen und abends im Zentrum auf Taschendiebe achten. Keine teuren Wertsachen offen zeigen, nachts lieber Taxi nehmen. Ich habe mich dort nie unwohl gefühlt. Die angrenzende Stadt El Alto is anscheinend recht gefährlich, hier sollte man sich als Tourist nicht aufhalten.

  • Verkehr & Transport (siehe weiter unten): Die Seilbahn „Mi Teleférico“ ist das beste Fortbewegungsmittel: schnell, sicher, günstig und mit Top-Aussicht. Zusätzlich gibt es Minibusse & günstige Taxis.

  • Unterkunft: Gute Backpacker-Hostels & Hotels findest du v. a. in Sopocachi (ruhiger, hip) und im Stadtzentrum (nah an Märkten & Sehenswürdigkeiten). Die besten Optionen findest du auf Booking.com.

  • Wetter & Kleidung: Selbst in der Trockenzeit (Mai–Oktober) kann es nachts sehr kalt werden, tagsüber dafür sonnig & warm.

  • Essen & Trinken: Unbedingt probieren: Salteñas (gefüllte Teigtaschen), frische Fruchtsäfte & Almuerzo (Mittagsmenü). In vielen lokalen Restaurants gibt es ein Menu del Día (Tagesmenü), bestehend aus Vorspeise, Hauptgang, Nachspeise und einem Getränk, was i.d.R. zu einem sehr fairen Preis angeboten wird. La Paz ist leider einer der Orte, an denen viele Reisende Magenprobleme und Durchfall bekommen. Deshalb solltest du rohes Gemüse und Obst vermeiden und bei der Essenswahl die Augen offen halten.

  • Internet: SIM-Karten gibt’s günstig in den kleinen Shops an jeder Ecke, z. B. von Tigo, Entel oder Viva.

beste Reisezeit

Die beste Zeit, um La Paz zu besuchen, ist während der Trockenzeit von Mai bis Oktober. In diesen Monaten ist das Wetter meist klar und sonnig, was ideale Bedingungen für Stadtbesichtigungen und Ausflüge in die umliegenden Anden bietet. Besonders der Juni bis August ist beliebt, da es kaum regnet und die Sicht auf die schneebedeckten Berge spektakulär ist – perfekt für Wanderungen oder einen Abstecher zur berühmten „Death Road“. Zwar kann es in dieser Zeit vor allem nachts recht kalt werden, doch die klare Höhenluft sorgt für beeindruckende Panoramen. Wer es etwas grüner mag und weniger Touristen treffen will, kann auch die Übergangsmonate April oder November in Betracht ziehen. 

Anreise nach La Paz

Die Anreise zum Lago Atitlán ist unkompliziert und für Backpacker gut machbar. Egal, ob du aus Antigua, Guatemala-Stadt oder einem anderen Teil des Landes kommst: Panajachel ist eigentlich immer das erste Ziel am Lago Atitlán. Von dort aus erreichst du die anderen Dörfer rund um den See mit kleinen öffentlichen Booten (Lanchas). Hier ein Überblick über verschiedene sinnvolle Optionen der Anreise:

Je nachdem, wo du startest und wo du hinwillst, hast du mehrere Transportoptionen – hier ein kurzer Überblick:

von Deutschland
  • Transport: Flugzeug
  • Buchen: Finde die beste Flugverbindung über skyscanner.de
  • Dauer: mindestens ein Umstieg, zwischen 18 und 26 Stunden  

Die Anreise aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz erfolgt mit mindestens einem Zwischenstopp, meist über internationale Drehkreuze wie Madrid, São Paulo, Miami, Bogotá oder Lima. Die gängigste Route führt über Madrid (mit Iberia oder Air Europa) oder über Amsterdam (mit KLM), weiter nach Südamerika, und von dort mit einem Anschlussflug zum Flughafen El Alto (LPB) in La Paz – dem höchstgelegenen internationalen Flughafen der Welt auf über 4.000 m. Die beste Flugverbindung und den günstigsten Flug findest du auf skyscanner.de. Die gesamte Reisezeit beträgt je nach Verbindung zwischen 18 und 26 Stunden. Wichtig: Wegen der extremen Höhenlage empfiehlt es sich, nach der Ankunft einen Tag zur Akklimatisierung einzuplanen. 

  • Transport: Bus (alternativ: Inlandsflug) 
  • Buchen: vor Ort am Busterminal oder online über busbud.com

Wer innerhalb Boliviens über Land reist, findet ein gut ausgebautes Busnetz, wobei Fahrten durch die Anden landschaftlich reizvoll, aber oft auch lang und kurvig sind. Komfort und Sicherheit variieren je nach Anbieter. Für längere Distanzen und bei engem Zeitplan bieten sich auch die Nachtbusse hervorragend an. Von den wichtigsten Reisestops Uyuni, Sucre, Potosí, Titicacasee (Copacabana) und Santa Cruz findet man online Reisebusse auf Busbud.com. Oftmals sind an den Busterminals vor Ort noch viel mehr Angebote und günstigere Preise erhältlich. Wenn du aus weniger bereisten Orten nach La Paz gelangen willst, funktioniert das auch und man findet immer irgendeinen lokalen Bus – am besten einfach in der Unterkunft vor Ort fragen. 

Auch eine Anreise nach La Paz über Land ist möglich – vor allem aus Peru, Chile und Argentinien.

Die beliebteste Route führt von Peru über den Titicacasee: Viele Reisende kombinieren einen Besuch in Cusco, Machu Picchu oder Puno mit einer Weiterfahrt nach Copacabana am Titicacasee und reisen dann mit dem Bus weiter nach La Paz (ca. 3–4 Stunden Fahrzeit ab Copacabana). Mein Tip: auch wenn du den Titicacasee schon auf der peruanischen Seite gesehen hast, lohnt sich ein Besuch auf der bolivianischen Seite auch, vor allem wegen der wunderschönen Isla del Sol.

Auch aus Chile (z. B. Arica oder San Pedro de Atacama, verbunden mit der Jeeptour durch die Uyuni Salzwüste) sowie aus dem Norden Argentiniens gibt es grenzüberschreitende Busverbindungen.

Beachte, dass Grenzübertritte mit dem Bus oft länger dauern können und man sich im Vorfeld über Visa- oder Einreisebestimmungen informieren sollte.

Transport innerhalb von La Paz

In La Paz gibt es ein paar sehr spezielle, praktische und immer erschwingliche Möglichkeiten, um sich in der Stadt fortzubewegen – von normalen Bussen bis hin zu einer der spektakulärsten Seilbahnsysteme der Welt. Hier ein Überblick:

 

1. Mi Teleférico – Seilbahn als öffentliches Verkehrsmittel

  • La Paz und El Alto sind durch das größte urbane Seilbahnsystem weltweit verbunden.
  • Es gibt 10 Linien (Farben: Rot, Gelb, Grün, Blau usw.), mit guten Umsteigemöglichkeiten.
  • Ideal, um die steilen Höhenunterschiede in der Stadt zu überwinden und Staus zu vermeiden.
  • Schnell, günstig, mit Top-Aussicht – und ein Highlight für sich. Wir sind z.B. einen ganzen Tag lang mit der Seilbahn durch die Stadt gefahren und haben uns verschiedene Ecken angeschaut.
  • Kosten: ca. 3 BOB (weniger als 0,50 €) pro Fahrt; Umsteigen kostet nur 1,50 BOB extra. 

 

2. Minibusse (Micro / Trufi)

  • Kleine, farbenfrohe Minibusse fahren fixe, aber unbeschilderte Routen durch die ganze Stadt.
  • Routen sind nicht immer leicht zu erkennen – Zielorte werden auf Schildern in der Windschutzscheibe angezeigt.
  • Du winkst sie einfach am Straßenrand heran – ein- und aussteigen jederzeit.
  • Günstig, weit verbreitet, lokal, etwas chaotisch.
  • Keine Fahrpläne, kein GPS, keine klaren Haltestellen. Eher was für Abenteuerlustige oder wenn du weißt, welche Linie wohin fährt. Spanischkenntnisse helfen enorm.
  • Kosten: ca. 2–3 BOB, je nach Strecke.

 

3. Taxis / Uber etc.

  • Offizielle Taxis (Radio-Taxis) sind sicherer – erkennst du am Leuchtschild und Funkgerät.
  • Preis vorher aushandeln, da es keine Taxameter gibt.
  • Innerhalb der Stadt: meist 10–25 BOB je nach Strecke, Tageszeit und Verhandlungsgeschick.
  • Uber und die in Bolivien noch populärere App InDrive sind günstiger als reguläre Taxis und oft bequemer (keine Preisverhandlung nötig).

 

4. Zu Fuß

  • In der Altstadt / Zentrum von La Paz ist vieles gut zu Fuß erreichbar.
  • Aber: Stadt liegt auf 3.600–4.100 m Höhe – du merkst die dünne Luft, vor allem bei steilen Straßen. 
  • Vorsicht: La Paz ist steil und rutschig, besonders bei Regen. 

die besten To Dos in und um La Paz

Rund um den Lago Atitlán reihen sich über ein Dutzend Dörfer – jedes mit eigenem Charakter, eigener Atmosphäre und eigenen Highlights. Manche sind lebendig und touristisch, andere ruhig, abgeschieden oder sogar nur per Boot erreichbar. Ob du Lust auf Partyleben, Yoga-Retreats, lokale Kultur oder einfach Natur pur hast: Es lohnt sich, verschiedene Orte zu erkunden oder gezielt das Dorf auszuwählen, das am besten zu deinem Reisestil passt. Die meisten Reisenden beschränken sich allerdings auf die 3 von Backpackern am meisten besuchten Orte Panajachel, San Pedro La Laguna und San Marcos La Laguna. Hier findest du einen Überblick über die bekanntesten und beliebtesten Dörfer am See – inklusive ihrer Besonderheiten.

Downhill auf der Death Road

  

Ein absoluter Klassiker für Abenteuerfans: die legendäre Death Road – offiziell „Camino de la Muerte“ (oder „Yungas Road“) – zählt zu den spektakulärsten (und berüchtigtsten) Straßen der Welt. Heute wird sie nicht mehr viel befahren, aber genau das macht sie zum perfekten Spielplatz für Adrenalinjunkies: Auf dem Mountainbike geht’s von den kalten Höhen des Altiplano über 60 km und 3.500 Höhenmeter hinunter bis in den tropischen Dschungel bei Coroico.

Die Tour startet meist auf etwa 4.700 m Höhe – eingepackt in Handschuhe und Windjacke – und endet nach mehreren Stunden mit staubigen Klamotten, einem fetten Grinsen und tropischem Klima. Unterwegs erwarten dich Wasserfälle, steile Abgründe, Nebelwände und unfassbare Ausblicke ins Yungas-Tal.

Wichtig: Buch die Tour bei einem seriösen Anbieter mit gutem Equipment und Begleitfahrzeug – und nimm es mit der Sicherheit ernst. Du brauchst keine extreme Bike-Erfahrung, aber sicheres Handling am Berg ist hilfreich. Mehr Infos findest du im Blogartikel zur Death Road.

Besteigung des „einfachsten 6.000er der Welt“ – der Huayna Potosí

 

Wenn du schon immer mal auf einem Sechstausender stehen wolltest, aber keine wochenlange Expedition starten willst, ist der Huayna Potosí (6.088 m) die perfekte Gelegenheit. Nur etwa 25 km von La Paz entfernt, bietet dieser schneebedeckte Riese eine einmalige Hochgebirgserfahrung, die technisch machbar ist, aber definitiv nicht unterschätzt werden sollte – auch wenn der Berg oft als „einfachster 6.000er der Welt“ bezeichnet wird. Die klassische Tour inklusive Akklimatisierung,  Gletschertraining und der finalen Gipfelbesteigung dauert 3 Tage. Die Tour erfordert keine alpine Vorerfahrung, aber eine gute Kondition und etwas mentale Stärke. Belohnt wird man mit einem absolut epischen Ausblick: Gletscher, Andenpanorama, Sonnenaufgang über Bolivien und an klaren Tagen sogar den Titicacasee in der Ferne.

 
 

weitere 5.000er & 6.000er rund um La Paz – für Gipfelhungrige

 

Wenn du nach dem Huayna Potosí noch nicht genug vom Hochgebirge hast, findest du in der Cordillera Real eine ganze Reihe weiterer imposanter Gipfel, die sich ebenfalls von La Paz aus besteigen lassen. Besonders ikonisch ist der Illimani (6.438 m) – höchster Berg der Region und ständiger Begleiter am Horizont der Stadt. Er gilt als technisch anspruchsvoll und richtet sich eher an erfahrene Alpinist:innen. Etwas zugänglicher, aber nicht minder spektakulär sind Ziele wie der fotogene Pequeño Alpamayo (5.370 m), der über einen wunderschönen Grat erreichbar ist, oder die umliegenden Gipfel im Condoriri-Massiv, das mit seinen gezackten Felsformationen und Gletscherseen zu den schönsten Hochgebirgslandschaften Boliviens zählt. Für echte Abenteurer:innen lohnt sich auch der abgelegene Chachacomani (6.074 m) – ein wenig begangener, aber beeindruckender 6.000er abseits der bekannten Routen. Mit guter Akklimatisierung und einem zuverlässigen lokalen Guide sind diese Berge ein echtes Highlight für alle, die in Bolivien hoch hinaus wollen.

 
 

Mehrtagestreks rund um La Paz – Wandern durch die Cordillera Real

 

Neben den „kürzeren“ Besteigungen der 5.000er und 6.000er, kannst du rund um La Paz auch längere Mehrtagestreks in der Cordillera Real finden. Diese mächtige Gebirgskette östlich von La Paz ist wild, hochalpin und noch überraschend wenig begangen – perfekt für alle, die Natur, Stille und große Landschaften suchen. Besonders beliebt (und gut organisiert) ist der Trek von Tuni nach Laguna Chiarkhota, meist in Kombination mit einem Gipfel wie dem Pequeño Alpamayo. Noch eindrücklicher ist der Traverse-Trek von La Paz nach Sorata, der in 5–7 Tagen durch abgelegene Täler, vorbei an Gletscherseen, Alpakaherden und schneebedeckten Gipfeln führt. Für viele gilt er als einer der schönsten Trails Südamerikas – einsam, episch, herausfordernd. Je nach Route bewegst du dich fast durchgehend auf über 4.000 m, also ist gute Akklimatisierung Pflicht. Organisierte Touren (inkl. Guide, Zelten & Koch) kannst du problemlos in eine der zahlreichen Agenturen in La Paz buchen.

 
 

Tageswanderungen am Rande der Stadt – z. B. zum Muela del Diablo

 

Wer Lust auf Bewegung, Aussicht und Frischluft hat, muss gar nicht weit raus aus der Stadt: Die Umgebung von La Paz bietet mehrere tolle Tageswanderungen, und eine der beliebtesten führt zum markanten Felszahn Muela del Diablo („Zahn des Teufels“). Der 150 Meter hohe Basaltfelsen ragt dramatisch aus der Hochebene und ist schon von weitem sichtbar. Die Wanderung beginnt in Mallasa, einem Vorort von La Paz, und führt durch weite, windige Täler, vorbei an Kiefern, Felsen und wilden Ausblicken – der perfekte Halbtagestrip zum Entschleunigen. Oben angekommen wartet ein spektakulärer Blick auf die Stadt und die umliegende Cordillera. Je nach Route und Tempo dauert die Tour ca. 3–5 Stunden, und du kannst sie gut mit öffentlichen Minibussen oder Taxi ansteuern.

 
 
Valle de la Luna und Valle des las Ánimas
 

Nur etwa 10 km vom Zentrum entfernt liegt mit dem Valle de la Luna (Mondtal) eine der surrealsten Landschaften Boliviens. Wind und Regen haben hier aus Lehm und Sandstein eine bizarr geformte Mondlandschaft entstehen lassen, durchzogen von kleinen Pfaden, Aussichtspunkten und Kakteen. Der Rundweg durch das Tal dauert etwa eine Stunde, eignet sich super als halbtägiger Ausflug und lässt sich ideal mit einem Besuch im benachbarten Valle de las Ánimas (Tal der Seelen) kombinieren, das noch weniger besucht, aber mindestens genauso spektakulär ist. Beide Ziele sind einfach mit dem Minibus oder Taxi zu erreichen – ideal, wenn du mal kurz raus aus dem Großstadttrubel willst, ohne einen ganzen Tag zu verlieren.

 
 

Hexenmarkt, Street Art & alternative Stadtführungen

 

La Paz lebt nicht nur von Natur und Höhe, sondern auch von seiner einzigartigen urbanen Kultur. Am berühmten Hexenmarkt (Mercado de las Brujas) im Stadtteil Sagárnaga findest du Kräuter, Amulette, Lama-Föten, Wahrsagerinnen und allerhand mystische Objekte aus der Aymara-Kultur – touristisch, ja, aber immer noch faszinierend. Wer es authentischer will, wagt sich nach El Alto – die Schwesterstadt auf dem Hochplateau –, wo jeden Donnerstag und Sonntag der riesige Straßenmarkt tobt. Und wenn du Lust auf einen tieferen Blick hinter die Kulissen hast, buche eine alternative Stadtführung mit Fokus auf Street Art, indigene Bewegungen oder urbane Geschichte – es gibt tolle lokale Initiativen wie Red Cap Walking Tours oder Urban Rush, die dich zu Orten bringen, an denen sonst niemand stoppt.

 
 

Stadtrundfahrt mit der Seilbahn El Teleférico – La Paz von oben

 

Statt Hop-on-Hop-off-Bus fährst du in La Paz mit der Seilbahn – wortwörtlich! Das öffentliche Transportsystem Mi Teleférico ist das größte urbane Seilbahnnetz der Welt und verbindet La Paz mit El Alto in einem dichten Netz aus bunten Gondeln und schwebenden Aussichtspunkten. Eine selbstgebaute „Stadtrundfahrt“ mit den Linien Gelb, Rot, Blau, Lila und Grün führt dich in wenigen Stunden durch verschiedene Gesichter der Stadt – von dicht bebauten Altstadtvierteln über chaotische Busbahnhöfe bis zu spektakulären Andenpanoramen. Und das alles für ein paar Bolivianos. Besonders schön: der Blick beim Abstieg aus El Alto in die Talkessellage von La Paz – einfach gigantisch.

 
 

Ausflug zum Titicacasee

 

Nur etwa drei Stunden von La Paz entfernt liegt der sagenumwobene Titicacasee – der höchstgelegene schiffbare See der Welt. Der Klassiker ist ein Tages- oder Wochenendausflug nach Copacabana, dem bolivianischen Tor zum See, von wo aus du Boote zur Isla del Sol nehmen kannst – ein ruhiger, spiritueller Ort mit Inkaruinen, Aussichtspfaden und Sonnenuntergangsmagie. Wer keine Lust auf die touristischeren Seiten hat, findet auch ruhigere Uferorte wie Sampaya oder Yampupata, wo du das Dorfleben am See noch ganz authentisch erleben kannst. Copacabana erreichst du bequem per Bus oder Collectivo – du brauchst nur deinen Reisepass, da es unterwegs eine kleine Grenzkontrolle wegen einer Seeverengung gibt. Mein Tipp: Es lohnt sich wirklich, ein paar Tage beim Titicacasee zu bleiben und auch die Tageswanderung (mit Übernachtung) auf der wunderschönen Isla del Sol zu machen. Deshalb empfehle ich den Titicacasee nicht wirklich als Tagestrip von La Paz aus, sondern als eigenen Reisestop.

 
 

Café-Kultur & Rooftop-Bars – Erholen mit Aussicht

 

La Paz kann manchmal ganz schön überwältigend sein – da lohnt es sich, zwischendurch in einem der vielen charmanten Cafés oder Rooftop-Bars zur Ruhe zu kommen. Besonders beliebt bei Reisenden ist das gemütliche Café del Mundo, das skandinavisches Flair, gutes Frühstück und ein internationales Publikum vereint. Noch stylischer wird’s bei Higher Ground Café, das neben hervorragendem Kaffee auch Coworking-Vibes und Blick auf die umliegenden Hügel bietet. Wer lieber abends bei einem Sundowner entspannen will, findet in Rooftop-Bars wie Diesel Nacional oder Upstairs den perfekten Spot – inklusive Blick auf die funkelnde Stadt und das nächtliche Lichtermeer von El Alto.

 
 

Food-Tour oder Marktbesuch mit Guide – Bolivien schmecken lernen

 

Bolivien ist nicht unbedingt für Haute Cuisine bekannt – aber die lokale Küche hat viel mehr zu bieten, als viele denken: Von salzig gefüllten Salteñas über gegrillten Anticuchos (Rinderherz-Spieße) bis zu frischen Fruchtsäften und traditionellen Andenprodukten ist alles dabei. Wer mehr über Zutaten, Hintergründe und Zubereitung erfahren will, sollte eine Food-Tour oder einen geführten Marktbesuch buchen. Besonders spannend sind der Mercado Rodríguez (einer der ältesten Lebensmittelmärkte der Stadt) und der Mercado Lanza im Zentrum, ein mehrstöckiges Labyrinth voller Garküchen, Kräuterstände und lokaler Snacks. Mit Guide bekommst du nicht nur kulinarische Highlights serviert, sondern auch spannende Einblicke in die Esskultur und das tägliche Leben in La Paz.

 
 

Museen & Kultur – Zwischen Coca-Blatt und Kolonialzeit

 

Auch kulturell hat La Paz einiges zu bieten – und zwar weit über das klassische Museumsprogramm hinaus. Ein echter Geheimtipp ist das Museo de la Coca, das sich ganz der Geschichte, Nutzung und kulturellen Bedeutung des Coca-Blattes widmet – kritisch, informativ und überraschend spannend. Für alle, die sich mehr für indigene Kulturen und traditionelle Lebensweisen interessieren, lohnt sich das Museo Nacional de Etnografía y Folklore, das mit liebevoll gestalteten Ausstellungen zu Kleidung, Musik und Spiritualität der Andenvölker überzeugt. Und wer gerne durch koloniale Innenhöfe schlendert, wird im Museo Costumbrista fündig – ebenfalls charmant und voll kleiner Details zur Stadtgeschichte.

To Dos bei schlechtem Wetter

Auch wenn La Paz oft mit klarer Höhenluft und Sonne punktet – es kann durchaus Tage geben, an denen es regnet, windet oder einfach ungemütlich ist. Zum Glück hat die Stadt auch unter Dach einiges zu bieten. Perfekt für Regentage sind zum Beispiel ein Besuch im Museo de la Coca oder dem Museo de Etnografía y Folklore, die beide informativ, abwechslungsreich und nicht zu überlaufen sind. Wer Lust auf etwas Interaktiveres hat, kann sich eine lokale Kaffeerösterei anschauen (z. B. Roaster Boutique), einen Kochkurs buchen oder sich in einem gemütlichen Café mit Aussicht verkriechen. Auch ein Bummel durch die verwinkelten Gänge des Mercado Lanza oder eine kleine Shoppingrunde für Kunsthandwerk und Textilien rund um die Calle Sagárnaga geht bei grauem Himmel gut. Und wenn du etwas Besonderes suchst: In La Paz gibt’s sogar ein Indoor-Seilrutschen-Abenteuer (Urban Rush), bei dem du gesichert die Fassade eines Hochhauses hinunterläufst – Adrenalin kennt bekanntlich kein Wetter.

Ideen für Langzeitaufenthalte

Wenn du länger in La Paz bleiben willst, wirst du schnell merken: Die Stadt bietet viel mehr als nur Sehenswürdigkeiten. Dank günstiger Lebenshaltungskosten, interessanter Kulturprojekte und einer wachsenden Community aus digitalen Nomaden ist La Paz auch ein spannender Ort für Slow Traveller und Langzeitreisende. Viele bleiben hängen, um Spanisch zu lernen – es gibt zahlreiche Sprachschulen, teils mit Fokus auf indigene Perspektiven oder sozialkritische Inhalte. Andere nutzen die Zeit für Freiwilligenarbeit, z. B. im Bildungsbereich, in Frauenprojekten oder bei NGOs rund um Umwelt, Urbanismus oder indigene Rechte. Auch als Remote Worker lässt sich hier gut leben: Cafés mit Wi-Fi, Coworking-Spaces wie Selina oder Higher Ground und ein inspirierendes, oft politisches Umfeld machen den Alltag spannend. Und wenn dir mal der Kopf raucht – die Cordillera Real, der Titicacasee oder das Amazonasbecken sind nur einen Tagestrip entfernt.

Fazit

La Paz ist keine Stadt, die man einfach so „abhakt“. Sie fordert dich heraus – mit ihrer Höhe, ihrem Chaos, ihrer Intensität. Aber genau darin liegt der Reiz. Kaum ein Ort verbindet Outdoor-Abenteuer, indigene Kultur und urbane Energie so nahtlos wie diese faszinierende Metropole im bolivianischen Altiplano. Ob du einen 6.000er besteigst, durch Street Art-Viertel streifst, auf Märkten umgeben von Kräutern und Hexenmitteln verhandelst oder einfach nur in einer Seilbahngondel über die Dächer der Stadt schwebst – La Paz fühlt sich immer nach Reise an.

Nimm dir Zeit. Atme durch. Und wenn du wieder Luft bekommst, mach dich auf den Weg – in die Berge, zu den Märkten, in die Tiefe dieser besonderen Stadt.

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