Wadi Rum ist ein absolutes Must-See auf jeder Jordanienreise. Die meisten Reisenden übernachten hier in einem typischen Beduinenzelt und buchen direkt vor Ort eine organisierte Jeep-Tour, um die Highlights der Wüste zu erkunden. Dazu gehören markante Felsformationen, natürliche Steinbögen, weite Sandflächen, kurze Spaziergänge durch Canyons, Sandboarding auf den Dünen und oft auch ein Sonnenuntergang an einem Aussichtspunkt.
Abends kehrt man ins Camp zurück, isst gemeinsam am Feuer und genießt die besondere Atmosphäre der Wüste. In klaren Nächten zeigt sich über Wadi Rum ein beeindruckender Sternenhimmel, fernab von Lichtverschmutzung – für viele eines der schönsten Erlebnisse der Reise.
In der Wüste Wadi Rum findet man außerdem den höchsten Berg Jordaniens (Dschabal Umm ad-Dami, 1.854 m) und auch Kletterbegeisterte kommen hier auf ihre Kosten.
In diesem Artikel fasse ich dir einige wichtige Infos für deinen Aufenthalt in der Wüste Wadi Rum zusammen und gebe dir einen Einblick in die Highlights, die dich erwarten 🙂 .
alles auf einen Blick
Lage: Südjordanien, nahe Saudi-Arabien – geschütztes Wüstengebiet mit Sandflächen, Felsmassiven und Canyons
Beste Reisezeit: März bis Mai & September bis Dezember
Dauer des Aufenthalts: 1–2 Nächte für Jeep-Tour & Wüstenerlebnis
Atmosphäre: Weit, ruhig, ursprünglich – tagsüber aktiv, abends entspannt am Lagerfeuer
Besonderheiten: Übernachtung meist in Beduinen-Camps, Aktivitäten am besten als organisierte Tour buchen
- Highlights: Jeep-Tour mit Highlights der Wüste, Sandboarding & Lagerfeuer und nächtlicher Sternenhimmel
Tips & Wissenswertes
Eintritt & Organisation:
Der Eintritt in die Wüste Wadi Rum ist im Jordan-Pass enthalten. Diesen zeigst du am Besucherzentrum (Visitor Center), das ca. 10 Minuten vorm Wadi Rum Village liegt. Ansonsten zahlst du 5 JOD Eintritt. Mehr Infos zum Jordan Pass findest du auch im Länderguide für Jordanien.Wetter & Kleidung:
Tagsüber kann es warm bis heiß werden, nachts – selbst im Frühjahr oder Herbst – deutlich abkühlen. Warme Kleidung für abends, Sonnenschutz, Kopfbedeckung und feste Schuhe sind essenziell. Am besten keine weiße Kleidung tragen, da diese nach dem Wüstenbesuch rötlich eingefärbt ist und sich nicht so einfach rauswaschen lässt.Versorgung:
In der Wüste gibt es keine Shops. Eine Übernachtung im Camp beinhaltet i.d.R. alle Getränke und Mahlzeiten.Sicherheit:
Wadi Rum gilt als sehr sicher. Die größten Gefahren sind die Hitze und Wetterumschwünge.Respekt & Umgang:
Die Wüste ist Lebensraum der Beduinen. Respektvoller Umgang, Zurückhaltung beim Fotografieren von Menschen und das Befolgen lokaler Hinweise gehören dazu.Internet & Empfang:
In den Dörfern und Camps meist vorhanden, unterwegs in der Wüste oft kein Empfang.
beste Reisezeit
Die beste Reisezeit für einen Besuch im Wadi Rum ist im Frühjahr (März bis Mai) und im Herbst (September bis Dezember). In diesen Monaten sind die Temperaturen angenehm und ideal für Jeep-Touren, Wanderungen und längere Aufenthalte in der Wüste. Besonders im Frühjahr ist das Klima mild, während der Herbst mit klarer Luft und warmen Tagen punktet. In den Sommermonaten wird es extrem heiß, was Aktivitäten stark einschränkt. Der Winter ist ruhiger und landschaftlich reizvoll, allerdings können die Nächte sehr kalt werden. Für ein ausgewogenes Wüstenerlebnis sind Frühling und Herbst daher klar zu empfehlen. Egal zu welcher Jahreszeit, nachts kann es in der Wüste ziemlich kalt werden.
Anreise
Am einfachsten ist die Anfahrt per Mietwagen. Aber auch ohne Mietauto kannst du nach Wadi Rum gelangen.
mit eigenem Mietauto
Die generell einfachste Methode, in Jordanien von A nach B zu kommen ist mit dem eigenen Mietauto. Das lohnt sich besonders, wenn du sehr flexibel sein willst und möglichst wenig Zeit für den Transport aufbringen willst. Vor allem für abgelegenere Ort wie Dana und Wadi Rum ist das die beste Option.
Du fährst bis ins Wadi Rum Village, wo es einen großen, kostenfreien Parkplatz gibt. Von dort wirst du in der Regel vom Personal deines Camps abgeholt und weiter in die Wüste gebracht. Die Straßen sind gut ausgebaut und die Anreise problemlos machbar.
ohne Mietauto
Auch ohne eigenes Auto ist Wadi Rum gut erreichbar, erfordert aber etwas mehr Organisation. Die gängigste Variante ist die Anreise bis Aqaba oder Wadi Musa (Petra) mit Bus oder Minibus. Von dort geht es weiter per Taxi oder organisiertem Transfer nach Wadi Rum Village. Viele Camps bieten auf Anfrage Abholservices von Aqaba oder Petra an, oft gegen Aufpreis.
Öffentliche Verkehrsmittel direkt bis ins Wadi Rum Village sind unregelmäßig und wenig zuverlässig. Deshalb ist es empfehlenswert, den letzten Abschnitt vorab mit deiner Unterkunft abzustimmen. Insgesamt funktioniert die Anreise ohne Mietwagen gut – solange man Transfers im Voraus plant und etwas flexibel bleibt.
Unterkunft
Die meisten Reisenden übernachten in Beduinen-Camps direkt in der Wüste. Diese reichen von sehr einfachen Zeltlagern bis hin zu komfortableren Camps mit festen Zelten, eigenem Bad und teils „Bubble Tents“. Auf Booking.com findest du zahlreiche Angebote. Bei der Buchung der Unterkunft solltest du folgendes beachten:
- In der Regel sind alle Mahlzeiten und Getränke im Preis inbegriffen. Bei manchen Unterkünfte ist sogar die Jeep-Tour bereits im Preis inbegriffen. Achte bei der Buchung genau drauf, was genau im Preis inbegriffen ist.
- Manche Unterkünfte locken mit extrem günstigen Übernachtungspreisen (Angebote ab 1€ pro Nacht). Das sollte dich stutzig machen. Häufig zeigt sich nämlich vor Ort, dass die Jeep-Touren und Aktivitäten dann vergleichsweise sehr teuer berechnet werden.
- Achte darauf, WO genau die Unterkunft liegt. Für das echte Wüstenerlebnis empfiehlt es sich, eine Unterkunft zu wählen, die wirklich in der Wüste liegt und nicht im Wadi Rum Village. I.d.R. wird man vom Personal im Wadi Rum Village abgeholt.
Wir haben in der Unterkunft Bedouin Nature Camp übernachtet und waren sehr begeistert. Die Unterkunft ist sehr hübsch, das Essen war phänomenal und vor allem die Besitzer und das Personal war unglaublich freundlich und haben uns sehr herzlich empfangen.
die Jeep-Tour
Ich selbst bin eigentlich kein Fan von organisierten Touren, aber für die Wüste Wadi Rum ist es wirklich die einzig sinnvolle Option und lohnt sich total! Fast alle Camps bieten solche Touren an, und auch wenn es keine offiziell festgelegte Standardroute gibt, ähneln sich die Touren in Aufbau und Inhalt stark.
Wir selbst haben am ersten Tag unserer Wüstenaufenthalts die Standard-Jeeptour gemacht und am zweiten Tag die Besteigung des höchsten Berg Jordaniens, dem Dschabal Umm ad-Dami, 1.854 m (siehe weiter unten).
In der Regel hast du die Wahl zwischen kürzeren Touren (2–3 Stunden), Halbtagestouren (4–5 Stunden) und Ganztagestouren mit Mittagessen in der Wüste. Die meisten Camps fahren dabei sehr ähnliche Strecken zu den bekannten Highlights der Region. Dazu gehören markante Felsformationen, natürliche Steinbögen, weite Sandflächen, kurze Spaziergänge durch Canyons sowie Stopps an Sanddünen, wo oft auch Sandboarding angeboten wird. Häufig endet die Tour an einem Aussichtspunkt zum Sonnenuntergang. Die Tourenanbieter sind dabei im Ablauf relativ flexibel und die Touren lassen sich nach eigenen Vorstellungen bedingt anpassen. Typische Stationen und Highlights auf einer Tour sind zum Beispiel:
Burdah Rock Bridge – eine der größten natürlichen Steinbrücken in Wadi Rum
Um Frouth Rock Bridge – weitere beeindruckende Felsformation mit Möglichkeit zu kurzem Aufstieg
Lawrence’s Spring – historische Stätte, benannt nach Lawrence von Arabien
Sanddünen – perfekt für kurze Spaziergänge oder Sandboarding
Khazali Canyon – schmaler Canyon mit alten Inschriften und Felsgravuren
- Beduinen-Camps – für eine Pause mit Tee
- Sandboarding
Sonnenuntergang an einem Aussichtspunkt – spektakuläre Panoramen über die rote Wüste
Wanderung auf den höchsten Berg Jordaniens
- Streckenlänge: ca. 2,5 km (Hoch und Runter)
- Startpunkt: mitten in der Wüste, Anfahrt am besten mit lokalem Guide
- Dauer: 2 Stunden
- Schwierigkeit: mittel
- Mitnehmen: Wasser, Proviant & Sonnenschutz absolut essenziell
- Navigation: GPS empfehlenswert erforderlich, kaum Ausschilderung vorhanden
Am zweiten Tag in der Wüste Wadi Rum haben wirden Dschabal Umm ad-Dami auf 1.854 m bestiegen. Obwohl es sich um den höchsten Berg Jordaniens handelt, kommen hier anscheinend recht wenige Touristen hin.
Unser Guide fuhr uns am Morgen zum Startpunkt der Wanderung, von wo wir dann auf eigene Faust los gingen. Viele Reisende besteigen den Berg mit Führer. Die Wanderung ist recht kurz und technisch nicht sehr schwierig (gute Grundkondition sollte vorhanden sein), d.h. die Tour ist auch ohne Guide gut machbar. Allerdings empfiehlt sich vor der Anfahrt der Download einer Offline-Karte, da der Weg teilweise schwer erkennbar und nur durch ein paar auf die Steine gesprühte weiße Pfeile gekennzeichnet ist. Oben angekommen hat man wirklich spektakulären Blick auf die Wüste Wadi Rum mit der Sandlandschaft und Steinformationen und sogar rüber nach Saudi-Arabien. Hier die Wanderung in Komoot:
Fazit
Wadi Rum ist ein absolutes Must See auf der Jordanien-Reise. Die Kombination aus weiten Sandflächen, markanten Felsen, schmalen Canyons und dem klaren Sternenhimmel macht die Wüste zu einem einzigartigen Reiseziel. Die Standard Jeep-Tour der einfachste Einstieg, um die wichtigsten Highlights wie Burdah Rock Bridge, Khazali Canyon oder die Sanddünen zu sehen und das typische Wüstenfeeling zu erleben. Wer Jordanien besucht, sollte sich mindestens einen halben Tag in der Wüste gönnen, besser noch ein oder zwei Nächte, um die Wüste wirklich zu erleben.